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guido-westerwelle.de


Infos zur AutorinInfos zur Autorin Käpt'n Guido nimmt Kurs auf hohe See und geht als Kanzlerkandidat der FDP auf Stimmenfang - auch im Internet. Im Moment navigiert Guido Westerwelle allerdings noch in einem alten Kutter durchs Netz.
 



www.guido-westerwelle.de

 

   

www.guido-westerwelle.de
 
Einstiegsseite:  Die FDP ist die "Internetpartei in Deutschland". Deshalb hat ihr Vorsitzender nicht nur eine einfache html-Einstiegsseite, sondern auch ein bemühtes Flash-Intro mit Bundesadler, Westerwelles Unterschrift und - na klar - der 18. Im Hintergrund spricht der Chef mit betonter Stimme: "Hallo, hier spricht Guido Westerwelle. Herzlich willkommen auf meiner Homepage, herzlich willkommen bei der liberalen Opposition. Und jetzt wünsche ich: Viel Spaß beim Surfen." Mehr Spaß hätte ich mit einem skip intro-Button. Nach dem dritten Mal nervt's einfach.
 
Die eigentliche Einstiegsseite ist unspektakulär und erinnert an eine Seite aus einer Wahlkampfbroschüre: In der Mitte ein langer Begrüßungstext mit Bild, rechts blinkende Teaserboxen mit Links zu Westerwelles Büchern und dem Projekt 18. Außerdem: eine Rubrik "Aktuell" in der jetzt schon seit drei Wochen die gleiche FAZ-Umfrage angeteasert wird. Das einzig Aktuelle auf der Einstiegsseite sind die Pressemitteilungen in der linken Spalte.
 
Design:  Die Site kommt direkt aus dem Private-Homepage-Baukasten der FDP: Gelb, Blau, exzessiver Einsatz der 18 und viele Bildchen des FDP-Chefs - mal bei der Arbeit, mal als netter Guido von nebenan auf seinem Schimmel oder auf seiner Lieblingsinsel Mallorca. Die FDP weiß, was Wähler mögen. Ich weiß, was ich nicht mag: die billigen Schatteneffekte der Schrift.
 
Navigation:  Der User kann entweder systematisch über die linke Navigationsleiste navigieren oder über die Links in den Teaserboxen. Da alle Inhalte des Webauftritts auf einer Ebene angeordnet sind, ist die Navigation nicht besonders komplex und schnell zu erfassen. Einziger Minuspunkt: die aktuelle Rubrik ist in der Navigation nicht gehighlightet. Und: nicht alle Rubriken sind systematisch in der Navigationsleiste untergebracht, z.B. die Pressemitteilungen. Da muss man schon zur politisch korrekten Textversion für Blinde switchen. Denn dort gibt es wenigstens eine anständige Navigationsleiste mit allen Rubriken.
 
Site-Architektur:   Die 13 Rubriken der Site sind auf einer Ebene angeordnet. Daher ist die Site-Architektur wenig komplex und - in der Textversion für Blinde - transparent.
 
Inhalt:  Von einem Webauftritt eines Kanzlerkandidaten erwarte ich, dass die Inhalte ständig aktualisiert werden - und zwar nicht erst einen Monat vor den Wahlen. Das einzig Aktuelle bei guido-westerwelle.de sind die Pressemitteilungen. Der Rest ist Schnee von gestern: die aktuellste Rede ist vom 28.11.2001, das aktuellste Video ist vom 26.09.2001. Die aktuelle Umfrage auf der Homepage steht dort schon seit Wochen. Alles andere ist Gerede aus Wahlkampfbroschüren - mit Ausnahme von Guido's (imagepflegenden) Surftipps: Links zum Behinderten-Ratgeber, zum Art-Magazin, zu Studieren im Netz, zur Madonna-Homepage oder zur Mallorca-Website. Wirklich vielseitig, der Mann.
 
Textaufbereitung:   Kurz und knapp: Die Texte sind internetgerecht aufbereitet. Keine langen Scroll-Romane, sondern kurze Texte mit Zwischenüberschriften, Absätzen und Fotos.
 
Interaktivität:   Die FDP als "Internetpartei" hat ein wichtiges Potential des Internets nicht erkannt: die Interaktivität. Man merkt der Homepage des FDP-Chefs an, dass er den Dialog mit seinen Wählern nicht sucht. Man kann lediglich eine E-mail senden oder sich eine Autogrammkarte zuschicken lassen. Vielen Dank.
 
Quelltext:   Erstmal lädt das Flash-Intro, und lädt, und lädt. Danach die 107 KB große Startseite mit ihren dreifach verschachtelten Tabellen. Die 27 KB fette Navigations-Imagemap - die ohnehin kein grafisches Highlight ist - hätte man auch etwas schlanker machen können.
 

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  Wahlen

 
Persönlich" kennenlernen kann man
Stoiber. Ein Schelm, wer an Interaktivität denkt.
Stoiber.de
 
Gerhard Schröder, der große Kanzler.
Ein Museumsbesuch
gerhardschroeder.de
 
Zwischen Homepage-Charme und
simpler Langweile: Joschka will wirken
joschka.de
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Fazit

Der Käpt'n der "Internetpartei Deutschlands" hat das einzigartige Potential des Internets noch nicht erkannt: Denn im Moment tuckert er in einem Boot durchs Netz, das weder aktuell noch interaktiv ist. Ich lass ihn tuckern und klick mich zur Konkurrenz.  
 
 


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Tanja Mäurer
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