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stoiber.de


Infos zur AutorinInfos zur AutorinStoiber wird auf seiner Homepage "persönlich" und wirkt dabei so steril, dass man sich wünscht, man hätte sich für den Besuch eine gute Ausrede ausgedacht.
 



stoiber.de

 

direkt zu stoiber.de

   

stoiber.de
 
Einstiegsseite:  Mit einem persönlichen Grußwort begrüßt Stoiber die "Besucher" auf seiner Internet-"Seite" (er ließ sich beraten und sagt nicht "Grüß Gott!"). Neben dem Begrüßungstext schmunzelt dem Besucher ein Über-Stoiber entgegen - in unpolitischer, privater Pose, die den Herrenring gut zur Geltung bringt. Die Hauptnavigation klebt am Fuß, während Ehefrau Karin den prominentesten Linkplatz hat (oben rechts).
 
Design:  Die Grundfarben Orange, Dunkelblau und Hellblau sind stilvoll und lassen Stoiber unkonservativ erscheinen. Durch den Einsatz von dezenten Grautönen erhält die Site einen höchst modernen Anstrich. Auch das Logo (kursiv, serifenlos) soll das Image von Stoiber verjüngen. Dennoch: Die Website wirkt steril, distanziert und schafft es optisch nicht, einen Bezug zur Person Stoiber herzustellen.

Optimiert ist die Website für eine Auflösung von 1024x768 - mutig, wo sich der Auftritt doch an die breite Masse richten soll. Mit drei Frames ist die Seite derart unglücklich zerschnitten, dass das Scrollen wenig Spaß bringt. Die Hälfte des Bildschirms nimmt der obere Navigationsframe ein.
 
Navigation:  Das Klicken auf stoiber.de ist zunächst einfach: Hat man das Hauptmenü am Fuß der Startseite entdeckt, kann man zwischen den drei Inhaltebereichen "Privatmann" (illustriert durch Herrenring?), "Staatsmann" und "Kanzlerkandidat" wählen. Weitere Links sind unmotiviert über die Startseite verstreut (Pressetermine, "First Lady" Karin, Pressekontakt). Eine Ebene tiefer wandert das Hauptmenü in den oberen Frame. Der Standort wird durch ein Farbleitsystem und Farbschattierungen deutlich markiert.

Doch Stoiber, der Ordentliche, hat auf der Homepage vergessen, im Schrank aufzuräumen. Wer eine Schublade aufzieht, um etwa im Familienalbum zu blättern (Menüpunkt "Familie und Freizeit"), findet zwar ein schönes Edmund-und-Karin-Bild neben Pressemappe und Terminkalender - doch wo sind die Urlaubsbilder? (Wer ahnt schon, dass die Stoibers eines dieser neumodischen Fotoalben haben - mit so genanntem Mouseover).

Eigentlich sollte es bei einem fest umrissenen Inhalt nicht so schwer sein, den Nutzer gezielt zu führen. Doch Stoiber wirft einem ständig Kram in die Füße: CSU Webseite! Mitglied werden! Zeit für Taten! Webseite weiterempfehlen! Privatmann! Video ansehen! (welches Video, Herrgottsakrament??). Einige der Links sind ohne Vorwarnung extern.
 
Site-Architektur:  Die Einteilung von Stoibers Homepage in "Privatmann", "Staatsmann" und "Kanzlerkandidat" ist nicht unbedingt trennscharf (Doch gibt es in Bayern nicht auch "Käsetheke", "Wursttheke" und "Weißwürschtltheke"?). Wäre nicht weiter schlimm, wenn wenigstens alles sauber einsortiert wäre. So findet sich aber unter "Privatmann" ein orangefarbener Link "Mehr Neuigkeiten zu Edmund Stoiber", der zu Stoibers Terminkalender in den hellblauen Bereich "Kanzlerkandidat" führt. Mei, man kann halt nicht immer trennen.
 
Inhalt:  Manches will man wirklich nicht erfahren, z. B. dass Edmund Stoiber seinen Körper jeden morgen auf dem Hometrainer so beansprucht, dass er richtig ins Schwitzen kommt. In der Rubrik "Stoibers Woche" wird es weit persönlicher: Dort schreibt Stoiber Tagebuch und gesteht etwa, dass er im Kosovo-Feldlager "grauenvoll geschlafen" hat, wegen der "40 Grad", einem "Stromgenerator" und unzähliger "herrenloser Hunde". Das Tagebuch ist authentisch - so spannend stellt man sich Stoibers geheimste Gedanken vor. Bis die Meldung "Stoiber beruft Beckstein in sein Kompetenzteam" auf die Homepage gestellt wird, vergehen zwei Tage. Auch aus der "Stoiber Produktlinie" kann man bestellen: So etwa das fast schon geekige @ + Mund T-Shirt.
 
Textaufbereitung:  Die Texte wurden in einen kleinen Frame gezwängt und klickintensiv über mehrere Seiten verteilt. Die Texte werden zwar durch Bilder aufgelockert, doch das Lesen bringt auf stoiber.de kein Vergnügen. Die Grundschrift Arial wirkt blass. Es gibt keine Links zu weiterführenden Informationen.
 
Interaktivität:  Stoiber redet mit den Menschen - zumindest auf seiner Wahlkampftour. Im Internet kann man dem Kanzlerkandidaten eine Mail schreiben und eine Autogrammkarte (Stoiber vor Bilderbuchwölkchen und Deutschlandfahne) anfordern. Wenigstens bekommt man unter "Bürgernähe" gezeigt, dass Menschen "wie du und ich" den Stoiber wählen (sein eigenes Bild darf man übrigens auch hinschicken, wenn das nicht interaktiv ist). Unter "Dialog" findet sich Stoibers Dialog mit anderen Staatsmännern.
 
Quelltext:   Der Code für den unsinnigen Counter, der die Tage bis zur Wahl ohne Beschriftung runterzählt (1 - 10 - 4 - 51 - 29), bremst gut beim Laden (und - wer hätte dran gezweifelt? - am Wahltag wird es tatsächlich eine Überraschung geben (var message_on_occasion= "Hoho der Weihnachtsmann!")??!). Der html-Code scheint von Hand programmiert, wurde aber nicht optimiert: Zu viele Shim-Gifs, keine Alt-Tags.
 

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  Wahlen

 
Gerhard Schröder, der große Kanzler.
Ein Museumsbesuch
gerhardschroeder.de
 
Zwischen Homepage-Charme und
simpler Langweile: Joschka will wirken
joschka.de
 
Stimmenfang im Netz: Käpt'n Guido
nimmt im Internet Kurs auf hohe See
- in einem alten Kutter.
guido-westerwelle.de
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Fazit

Die Homepage von Edmund Stoiber ist seelenlos. Die Website präsentiert einen massentauglichen, gefälligen Instant-Stoiber - eine Figur auf Distanz, die keinen Kontakt zu den Bürgern sucht. Per Onlineauftritt wird die Union keine Wählerstimmen dazu gewinnen.   
 
 


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Heike Edinger
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