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gerhardschroeder.de


Infos zum AutorInfos zum AutorGerhard Schröder versucht einen Imagewechsel: Aus dem modernen, dynamischen Autokanzler soll ein epochaler Staatsmann werden. Deshalb wird aus demdas Hellblau von 1998 gegen gediegenes Schwarz und Anthrazit ausgetauscht.
 



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Einstiegsseite:   Willkommen im Gerhard-Schröder-Museum! Gerhard Schröder geht auf die Leute zu, argumentiert im Bundestag und arbeitet auch auf Flugreisen konzentriert. Die opulente Dreier-Bild-Komposition vermittelt vor allem: Gerhard Schroeder ist ein ehrenwerter, strebsamer und intelligenter Mensch.
 
Design:  Um einen staatstragenden Look zu erreichen, wurden alle Bilder elegant abgegraut. Alles ist dezent in Dunkelblau und Dunkelgrau gehalten. Als Schmuck- und Markierfarbe wird ein kräftiges SPD-Rot eingesetzt. Das Design erinnert mehr an eine hochwertig gestaltete Multimedia-CD als an eine Website. Generell ist eine Seite immer in drei Spalten gegliedert. Die beiden äußeren sind Schmuckspalten mit zum Thema passenden Bildern und die breite mittlere enthält den Content und weitere Navigationsmöglichkeiten.
 
Navigation:  Auf der Startseite gibt es noch recht wenig zu navigieren. Will man sich nicht alle Schröders Tour-Termine ansehen und sich auch nicht erklären lassen, was die Silben Wahl und Kampf bedeuten (führt zum Wahlprogramm Schröders) bleibt nur das Hauptnavigationsmenü, welches auf jeder Seite als Kopfzeile auftaucht. Über vier Quadrate gelangt man zu den Punkten "Vita", "Tour", "Politik" und "Aktiv". Die Linkbezeichnungen sind bei "Tour" und "Aktiv" missverständlich gewählt. Bedeutet "Tour" eine Guided Tour durch die Website? Wer wird bei "Aktiv" aktiv? Schröder, der User oder ist es gar ein Aktiv-Programm für ältere Wähler?
 
Klickt man sich in die Unterbereiche, ist die weitere Navigation besonders im Bereich "Vita" relativ schnell lernbar. Es gibt viel zu entdecken, viel zu scrollen, klicken und darüberfahren. Rote Pfeile und rote Mouseovers markieren meist klar und großzügig sensitive Bereiche. Problematisch ist, dass Pfeile in verschieden Farben sowohl als Klickpunkt als auch als Standortmarkierung eingesetzt werden. So kommt es öfter vor das man klicken will aber eigentlich schon da ist.
 
Unnötig umständlich und uninformativ ist die Navigation im Bereich "Tour". Hier wird den potenziellen Wählern eine unbeschriftete Deutschlandkarte angeboten auf die etwa 20 Punkte eingezeichnet sind. Nun beginnt das Suchspiel: Erst darüberfahren, um durch einen Mouseover den Namen der Stadt und den Termin angezeigt zu bekommen. Dann klicken, um die genaue Uhrzeit zu erfahren. Der genaue Auftrittsort wird nicht genannt, dafür findetsich überall die gleiche Information, dass Schröder auf Wahlkampftour geht etc.
 
Site-Architektur:  Die Site ist recht klar gegliedert. Die gesamten Inhalte sind unter die vier Hauptmenüpunkte "Vita", "Tour", "Politik" und "Aktiv", auch wenn diese nicht sofort verständlich sind, gefasst. Die vier Teile der Website sind relativ trennscharf. Die Inhalte und Funktionen der Website sind nicht so umfangreich, dass es Strukturprobleme gäbe.
 
Inhalt:  Die Inhalte sind wenig überraschend. Das übliche eben: Wahlkampftermine, ein bisschen Parteiprogramm und politischer Werdegang. Dieser ist schön und interessant aufbereitet. Die Bilder aus Gerds Sturm-und-Drang-Zeit sind die Höhepunkte der Website. Der sympathische Privatmann Schröder kommt vielleicht etwas zu kurz. Auffällig: Der bissige und aktive Einsatz von Journalistin und Gattin Doris Schröder-Köpf. Inhalte scheinen nicht unwichtig doch eher zweitrangig sein: Look and Feel für ein staatsmännisch-positives Image sind wichtiger.
 
Textaufbereitung:  Die Texte sind nicht fürs Web geschrieben: Eine zum Teil literarisch anmutende Sprachwahl und viele Nebensatzeinschübe hemmen den Lesefluss. Die konstant kleine Schrift und die weiße Schriftfarbe regen nicht gerade zum Durchlesen an. Doch da auch keine Fettungen oder Auslagerungen eingesetzt werden, ist ein Überfliegen der Texte nur schwer möglich. Einzig die relativ kurzen Texte zu den einzelnen Punkten sind positiv. Allerdings fehlen hier oft Links zu weiterführenden Informationen.
 
Interaktivität:  Viel geringer kann der Grad der Interaktivität nicht sein. Der Wähler muss draußen bleiben! Mit einer Mail-Option, die auf jeder Seite rechts unten angebracht ist, wird der aktive User abgespeist. Beteiligigung ist anderen vorbehalten: In der Rubrik "Aktiv" werden Doris Schröder-Köpf und insgesamt 62 weitere prominente Unterstützer für Schröder und gegen Stoiber aktiv.
 
Quelltext:  Gerhard-Schröder.de ist komplett in Flash angelegt. Was die Ladezeit manchmal bei unnötigen Spielereien verlängert. Auch das Warten auf die großen Hintergrundbilder zehrt manchmal an den Nerven. Doch insgesamt ist Gehrhard Schröder auch mit einem 56K Modem relativ gut abzusurfen.
 

 
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  Wahlen

 
Persönlich" kennenlernen kann man
Stoiber. Ein Schelm, wer an Interaktivität denkt.
Stoiber.de
 
Zwischen Homepage-Charme und
simpler Langweile: Joschka will wirken
joschka.de
 
Stimmenfang im Netz: Käpt'n Guido
nimmt im Internet Kurs auf hohe See
- in einem alten Kutter.
guido-westerwelle.de
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Fazit

Hätte die Website noch mehr Hintergrundinformationen, ließe sie sich sehr gut als politisch-zeitgeschichtliche Quelle der Nachkriegszeit bis heute nutzen. Doch Wahlkampf besteht wie es auf der Startseite verkündet wird, aus der Silbe "Kampf" und nicht "Austellung". Doch Kampf oder Interaktivität findet hier nicht statt. Politikverdrossenheit macht sich breit.   
 
 


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Timo Wirth
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