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Orientierung auf Websites


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Infos zum AutorInfos zum Autor Bei anderen Medien ist es automatisch klar, wo man ist. Beispielsweise bei der Zeitung: Sie liegt greifbar in der Hand - inklusive Ressorts und Seitenzahlen. Orientieren muss sich niemand. Dieses Selbstverständnis ist im hypertextuellen Raum außer Kraft gesetzt.
 

 

 

Hypertexte und damit Websites stiften nicht automatisch Orientierung, da durch ihre nicht-lineare Struktur nicht klar ist, welche Seiten auf welche Art und Weise zusammenhängen. Dieselbe Seite kann durch eine vernetzte Verlinkung von mehreren anderen Seiten aus erreicht werden. Aufgrund dieser Struktur entstehen im hypertextuellen Raum vier grundlegende Orientierungsprobleme, die man lösen muss:
 

   

Was gibt es hier?

1) Orientierungs-Problem: Im Gegensatz zu Print-Medien können die User nicht das komplette Angebot überblicken. Sie wissen nicht, wie umfangreich ein Angebot ist und welche Informationen enthalten sind.
Lösung: Die Makrostruktur einer Site sollte durch eine feste globale Navigation in Form einer vertikalen oder horizontalen Leiste vermittelt werden. Sie zeigt die Ordnungskategorien auf. Zusätzlich eignen sich Pulldown-Menüs oder eine Site-Map.
 

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Timo Wirth
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Wie komme ich zu dem, was ich suche?

2) Einstiegs-Problem: Meist kommen die User mit einer gewissen Erwartung auf eine Site. Es besteht also eine vage Vorstellung von der Art der Information / der Texte, die gesucht werden. Doch was bietet das Angebot genau und wie komme ich dahin?
Lösung: Die Startseite muss als "advanced organizer" dienen. Sie sollte dem User die Highlights vermitteln und tiefer innen liegendere Inhalte nach außen kehren. Daneben sollte sie Navigationswege aufzeigen. Dies kann mit Promo-Bildern und Anreißer-Texten erreicht werden.
 

 
   

Wo auf der Site befinde ich mich?

3) Navigations-Problem: Wenn sich nun die User in einen Artikel reingeklickt haben, stellt sich nach kurzer Zeit die Frage: In welchem Gebiet der Site befinde ich mich gerade, gibt es noch weitere Artikel dieser Art, wohin führt dieser Link und was kann ich noch tun?
Lösung: Die Navigationsleiste sollte mir anzeigen[,] wo ich bin. Weitere Navigations-Instrumente wie Rubrikenköpfe und Navigationspfade machen den Standpunkt und den zurückgelegten Weg transparent. Man sollte interne und externe Links als solche markieren.
 

 
   

Wie passen 2 verlinkte Seiten zueinander?

4) Einordnungs-Problem: Meist kann man auf eine einzelne Seite über mehrere Wege gelangen: auf die Seite wird in einem Angebot mehrmals verlinkt, andere Angebote verlinken auf eine Unterseite oder Suchmaschinen verweisen nicht nur auf das Gesamtangebot, sondern auf Unterseiten.
Lösung: Jede Seite muss aus sich heraus verständlich sein und Orientierung über das Gesamtangebot liefern. Daneben sollte man prüfen, ob die Verlinkung zwischen zwei Seiten für den User logisch und kohärent ist. Vermeiden sollte man Ankerverlinkung in die Mitte anderer Seiten.
 

 
   

Fazit

Eine Website umfasst kein bestimmtes, greifbares Volumen und kann wegen ihrer Nicht-Linerität nicht von der ersten bis zur letzten Seite durchgeblättert werden. Daher muss es die Site den Usern durch funktionale Navigations-Instrumente ermöglichen, aktiv einen Zusammenhang zwischen den einzelnen Seiten herzustellen. Wissen die User nicht, wo sind und was sie tun können, besteht die Gefahr, dass sie die gewünschte Information nicht finden.

Literatur zum Thema:
-- Jennifer Fleming: Web Navigation. O'Reilly, 1998.
-- Louis Rosenfeld; Peter Morville: Information Architecture for the World Wide Web. O'Reilly, 1998.
-- Hans-Jürgen Bucher; Christof Barth. 1998. "Rezeptionsmuster der Onlinekommunikation". In: Media Perspektiven 10/98: 517-523.

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