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Zeit.de


Infos zum AutorInfos zum Autor Der Hund ist weg, und hell ist es jetzt rund um die Uhr - das Online-Angebot der Zeit wurde am 4. September radikal relauncht. Mit neuer Sachlichkeit versucht man, sich von der Konkurrenz abzusetzen.
 



Die Zeit

 

   

Zeit.de
 
Einstiegsseite:   Das Zeitungslayout wird ins Netz übertragen: Drei Textpromoboxen oben, Anreißer und Kommentar rechts. Dieser Aufbau ist weder internettauglich noch eigen (siehe Financial Times Deutschland). Die Einstiegsseite wirkt etwas karg, zu wortlastig, sehr gediegen und vor allem beige. Das Auffälligste sind die Werbebanner. Etwas mehr Farb- und Bildeinsatz wären wünschenswert, so würden Selektion und Artikeleinstieg leichter fallen.
 
Design:   Auch farblich gibt es keine Experimente: Die Zeit benutzt im Internet genau wie im Printprodukt die Farben Schwarz, Rot und Beige. Das Layout ist sehr reduziert und aufgeräumt. Ungewöhnlich: Keine Animationen, kein Gelborange und keine Abrundungen. Allerdings leidet an manchen Stellen die Benutzerführung unter der Schlichtheit. Insgesamt ist die Site sehr luftig designt. Text wird als Design-Element eingesetzt: Sehr große Überschriften in Times New Roman und voluminöse Rubrikenköpfe strukturieren die Page. Mit erhöhtem Zeilenabstand bei der Grundschrift Verdana hebt sich Zeit.de leserfreundlich ab. Die Leben-Rubrik lebt auch im Web in einer völlig anderen Zeit.
 
Navigation:   Die Haupt-Navigation befindet sich traditionell auf der linken Seite und besteht aus sieben Rubriken, die aus dem Printprodukt bekannt sind. Umgesetzt ist die Navigation durch einfache Textlinks (text-decoration: none). Klickt man sich in eine Rubrik, färbt sich der Link rot und der Standort wird zusätzlich durch den großen Rubrikentitel ausgewiesen. Begibt man sich jedoch auf die Artikel-Ebene verschwindet die linke Haupt-Navigation. Die Navigationsmöglichkeiten werden auf "zurück zur Rubrikenübersicht" und "zeit.de" beschränkt. Das ständige Zurück ist umständlich und kostet Zeit. Die Konvention, dass das Logo sensitiv ist und als Home-Button dient, hält die Zeit nicht ein, stattdessen muss man auf den Textlink "zeit.de" klicken. Positiv: Überschriften sind generell sensitiv. Negativ: Bei Zusatz-Artikeln in der rechten Randspalte ist häufig nicht gleich klar, was sensitiv ist, da Fettungen und rote Pfeile nicht konsistent als Link dienen.
 
Site-Architektur:   Die Site ist für den User überschaubar strukturiert. Es gibt sieben trennscharfe, einfach verständliche Haupt-Rubriken (Politik, Wirtschaft, Kultur, Wissen, Media, Reisen, Leben) und drei Informationsebenen (Home, Rubrik, Artikel). In Themenschwerpunkten sind Artikel aus verschiedenen Rubriken und Ausgaben übergreifend gebündelt.
 
Inhalt:  Der komplette Inhalt der Printausgabe findet sich im Netz. Zusatz-Webrubrik: Hochschule. Hin und wieder werden einzelne Print-Artikel erweitert und mit Links angereichert. Hinzu kommen ein paar webeigene Kolumnen und webexklusiv: F.J. Raddatz stellt jede Woche ein Gedicht der Weltliteratur vor.
 
Textaufbereitung:  Die Anreißer und die Überschriften auf den Rubrikenseiten sind nicht zum Selektieren getextet: Überschriften sind meist zu nichtssagend und Anreißer zu lang. Durch die Erhöhung des Abstandes zwischen den Zeilen, ist der Text generell sehr gut lesbar (Userfreundlicher Einsatz von Style-Sheets!). Die Zeit verschenkt großes Potential, denn "Zeit"-typische Fotos und Zeichnungen werden nur so spärlich eingesetzt. Die langen Artikel lassen sich durch die sehr große Zeilenbreite, die unscheinbaren Zwischenüberschriften und den Bilderverzicht nur sehr mühsam lesen, dafür aber sparsam drucken.
 
Interaktivität:  Es gibt Debatten zu einzelnen Themen. Debatten-Links finden sich beim jeweiligen Artikel. Das Forum ist sehr übersichtlich und erspart ständiges Weiterklicken zum nächsten Eintrag. Elitäres Highlight: Der interaktive Kulturkalender - was läuft hochkulturell in meiner Stadt? Zusatz-Dienste: Fido, der Newsdog bringt themenspezifische Newsletter; E-Vote stellt Fragen und die Jobsuche findet Arbeit. Alles in allem: Keine Spielereien, sondern brauchbarer User-Service.
 
Quelltext:  Der Seitenaufbau ist mit mehreren unabhängigen Tabellen realisiert, wodurch sich die Ladezeit verringert und der Content nach und nach aufgebaut wird. Der Quelltext ist sehr übersichtlich und logisch kommentiert. Durch Verzicht auf DHTML und JavaScripts lädt die Site im Vergleich zu ihrer Konkurrenz sehr schnell. Zudem beschleunigen der reduzierte Bildeinsatz und die Textlinks.
 

 
   

Fazit

Der spärliche Bildeinsatz und die zu langen Featuretexte bremsen das Surfvergnügen immens. Doch die Sachlichkeit, die Luftigkeit, die schnelle Ladezeit und vor allem der Verzicht auf blinkende (Eigen-)Werbung in einer überfrachteten rechten Spalte machen die neue "Zeit" eigen und interessant.   
 
 


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Timo Wirth
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