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Washingtonpost.com


Infos zur AutorinInfos zur Autorin Die Online-Ausgabe der Washington Post wurde kürzlich von Editor & Publisher mit fünf Awards ausgezeichnet. Die Website ist "Best Overall U.S. Newspaper Online Service" und belegte außerdem in den Kategorien "Nachrichten-Ressort", "Kleinanzeigen", "Design" und "Interaktivität" Platz eins. Und das zurecht.
 



Washingtonpost.com
 
Die Gewinner des "EPpy Award":
Editor & Publisher

 

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Washingtonpost.com
 
Einstiegsseite:  Die Startseite hat den typisch amerikanischen Nachrichtenlook: Blau unterstrichene Überschriften und zweispaltiges Layout. Der Schwerpunkt wird auf die Headline gesetzt, der damit die wichtige Aufgabe zukommt, den Nutzer zum Weiterklicken zu animieren. Was nicht immer gelingt. Zum einen weil oft die Überschrift nicht selektionsfreudig getextet ist und zum anderen weil in der oberen Bildschirmhälfte zu viele Nachrichten auf engstem Raum miteinander konkurrieren. Dennoch wirkt die Einstiegsseite freundlich und aufgeräumt: Die Navigationsinstrumente sind klar von den Inhalten getrennt und man sieht auf den ersten Blick, wo man seine Maus hinbewegen soll.
 
Design:  Der Schwerpunkt liegt auf der Nachricht. Dies wird über das nüchterne und flächige Design unzweideutig transportiert. Bis auf das Logo werden nur Webschriften eingesetzt (Arial, Verdana), was schlicht aussieht und der Ladezeit zugute kommt. Die Rubriken "On Politics" und "Washtech" sind ein gutes Beispiel dafür, wie man über das Design ein Ressort als unabhängige Marke platzieren kann ohne den Bezug zur Hauptsite zu verlieren. Auf der Startseite gibt es keine Bannerwerbung im Kopf der Seite, sondern erst im mittleren Teil des Anreißerblocks. Hierdurch bleibt in der oberen Bildschirmhälfte viel Platz für die Inhalte. Das Wetter in der rechten Ecke oben ist bestens platziert und sieht schmuck aus.
 
Navigation:  Die Channels (News, OnPolitics, Entertainment, Live Online, Camera Works, Marketplace, onwashington.com) sind global über eine Karteireiter-Navigation im Kopf der Seite erreichbar. Die bereichspezifische Navigation findet sich links. Rubriken, die nicht so oft gebraucht werden (Archiv, Hilfe, Site Index), sind durch eine hellere Schriftfarbe abgesetzt, was die Navigationleiste luftiger macht. Die Suchmaske ist zentral erreichbar und auf allen Seiten oben rechts platziert. Die für eine Online-Zeitung wichtige Einnahmequelle Kleinanzeigen ("Marketplace") haben auf der Startseite eine eigene Menüleiste. Ebenso der Stellenmarkt. Als Standortmarkierung nutzt die Washington Post die Navigationsleiste und auf den Übersichtsseiten der Ressorts großzügige Rubrikenköpfe. Auf der Artikelebene ist der Nutzer jedoch weitgehend orientierungslos. Wo bin ich gerade? Wo kam ich her? Der Kopf der Seite liefert keine Antwort - die Rubrikenköpfe sind verschwunden. In den "Special Reports" gelangt man über die Site-Navigation nicht mehr zur Übersichtsseite zurück - Back-Button als letzte Rettung.
 
Site-Architektur:  Die Site ist auf der ersten Ebene straff in sieben Channels gegliedert. Der Haupt-Nachrichtenteil findet sich in "News", bzw. "OnPolitics" (Regierungspolitik). Die zweite Ebene ist weniger stringent, bleibt aber überschaubar. Bezeichnend ist, dass die Washington Post das Potential der Informationsvernetzung voll ausschöpft. Viele Module wie "Photo Galleries" oder Chat-Transkripte sind an den relevanten Stellen querverlinkt und führen den Nutzer in einen anderen Channel. Die Hypertextuelle Aufbereitung von Themenschwerpunkten ist äußerst gelungen: Die "Special Reports" präsentieren kleine Informationsportionen (zerlegt nach Themenaspekten oder journalistischen Darstellungsformen), die auf einer Übersichtsseite zusammengeführt werden: Hintergrund, Editorials, Kommentaren, Links zu Chats, Foren, Fotogalerien, Interviews bilden so ein Netzwerk an Informationen - der Leser kann selbst bestimmen, wie tief er einsteigt.
 
Inhalt:  Mehr geht nicht. Zusätzlich zur vollständigen Print-Ausgabe bietet Washingtonpost.com exklusive web-only Inhalte wie "Special Reports", aktuelle Breaking News, Online-Diskussionen mit Reportern und Experten oder local communities-Datenbanken. Wahren Vorbildcharakter hat vor allem der Channel "Camera Works", der dem journalistischen Format Foto eine eigene Plattform einräumt. Hier kann man sich durch brillante Fotogalerien klicken oder gar ganze "Photo Voyages" unternehmen. Wer von der Masse an Inhalten erschlagen wird oder den schnellen Nachrichten-Überblick sucht, bekommt alle Highlights der Zeitung im "News Digest" geliefert. Auch der MP3-Bereich fehlt nicht: Dort kann man sich "Washington's top local music" herunterladen.
 
Textaufbereitung:  Hier liegt die größte Schwäche der Washington Post. Die Texte bieten kaum Anreize zum (Weiter-)Lesen: Der interessierte Nutzer bekommt einen langen Scrolltext geliefert, der über eine breite Spalte läuft und weder Vorspann noch Zwischenüberschriften hat. Auch die Formatierung des Textes ist zu universell: Das Auge des Lesers bekommt eine kleine Überschrift, eine unformatierte Unterzeile und eine kaum abgesetzte Autorenzeile mit Datum. Auch mit den Standardschriften Verdana, Arial oder Times lassen sich Texte optisch klar gliedern. Vorbildlich sind die Serviceblöcke (Drucken, Versenden, Kommentieren) in den Artikel integriert. Die "Send article"-Mails machen allerdings keinen aufgeräumten Eindruck: Der Text enthält einige HTML-Tags.
 
Interaktivität:  Ohne den verbrauchten Begriff "Community" in den Mund zu nehmen, bietet die Washington Post seinen Lesern eine umfassende Diskussionsplattform. Im Channel "Live Online" finden sich Foren zu allen Nachrichtenressorts und Live-Chat-Diskussionen mit Journalisten oder Experten. Noch keine Online-Shopping Erfahrung? Ask Eileen. Wo gibt's die beste Burger-Kette? Ask Tom.
 
Quelltext:  Die Site ist ein fetter Tabellenbrocken, der sich nur äußerst schwerfällig aufbaut. Keine blind-Gifs, sondern komplette Zellen werden zum Erzeugen von Abständen eingesetzt. Löblich ist jedoch, dass immerhin der Kopf der Site in einer eigenen Tabelle untergebracht ist. So muss man nicht vor einer komplett leeren Seite warten, sondern bekommt das Logo inklusive Channel-Leiste bereits frühzeitig angezeigt.
 

 
   

Fazit

Die Printzeitung darf zittern. Washingtonpost.com bietet genau den Mehrwert, den eine Print-Ausgabe nicht liefern kann. Vor allem die Vorteile, Nachrichten hypertextuell zu bündeln und mit den Lesern live zu diskutieren nutzt die amerikanische Zeitung beispielhaft. Zu den fünf verdienten Awards daher drei gesurft-Punkte:   
 
 


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Heike Edinger
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