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tagesschau.de


Infos zur AutorinInfos zur AutorinEnde November wurde der Internet-Auftritt des Nachrichten-Klassikers Tagesschau relauncht. Ziel: tagesschau.de sollte zu einem Nachrichtenportal ausgebaut werden. Ein wichtiger Aspekt wurde dabei jedoch sträflich vernachlässigt: die Nutzerführung.
 



tagesschau.de

 

   

tagesschau.de
 
Einstiegsseite:  Die Einstiegsseite ist so, wie man es von einem Nachrichtenangebot im Netz erwartet: aufgeräumt, strukturiert und vor allem aktuell. Die Aktualität zeigt sich in täglich mehrmals wechselnden Aufmachern und aktuellen Schlagzeilen rechts oben. Der Nutzer kann auf verschiedenen Wegen ins Angebot einsteigen: entweder über die Promoboxen in der mittleren Spalte, über das Hauptmenü oder über die bildbetonten Teaserboxen in der linken und rechten Spalte.
 
Design:  Blau, sachlich, seriös und auch ein bisschen bieder. Hier wird schnell klar: das ist die Site der Tagesschau. Bei soviel Bemühen, die Site im Sinne des Corporate Designs umzusetzen, hätte man sich auch etwas mehr Mühe bei der Gestaltung der Icons geben können: das gleiche Briefchen für "Kontakt" und für "Versenden" ist verwirrend, das "i" - das man eher mit Information verbindet - steht hier für Impressum.
 
Navigation:   Auf den ersten Klick ist die Navigation plausibel: Oben eine horizontale Navigationsleiste mit sechs Hauptrubriken und links eine vertikale Menüleiste mit Hilfsfunktionen (z.B. Sitemap) und Links zu den Sendeanstalten. Doch auf der Artikelebene - Ebene drei - ist man völlig verloren: Wo ist plötzlich die linke Navigationsleiste? Wo ist die Standortmarkierung im Hauptmenü? Wohin führt der dämliche "vorwärts-Pfeil"? Der Alt-Text "." verrät auch nicht mehr. Ein Klick auf den Pfeil bringt die Lösung: der "vorwärts-Pfeil" führt zu dem nächsten Artikel in der Rubrik. Klar, das Internet ist ein lineares Medium.
 
Site-Architektur:  Die Site gliedert sich in drei Ebenen: Startseite, sechs Hauptbereiche ("Ausland", "Inland", "Regional", Wirtschaft", "Kultur", "Sport") und die Artikelebene. Die vertikale Navigationsleiste enthält sieben Menüpunkte ("Fernsehen", "Hörfunk", "Interaktiv", "Service", "Intern", "Sitemap", "Archiv"). Trotz der flachen Hierarchie funktioniert die Navigation nur bis zur zweiten Ebene
 
Inhalt:  Aktuell und umfangreich: tagesschau.de hat es geschafft, die News aller ARD-Sender in den sechs Hauptrubriken zu bündeln. Damit wird die Site dem Charakter eines Portals gerecht. Vorbildlich auch: die Einbindung von Video- und Audio-Streams. Weniger gut: die Videos ruckeln und zuckeln oder laden überhaupt nicht.
 
Textaufbereitung:  Auf den ersten Blick wirkt die Textaufbereitung steif und langweilig: Seriöse Texte in sachlichem dunkelblau vor weißem Hintergrund, keine Textlinks, keine auflockernden Bilder. Auf den zweiten Blick wirkt die Textaufbereitung internetgerecht und scannbar: kurze Absätze, Zwischenüberschriften, ausgelagerte Links in der rechten Spalte, Funktionen wie z.B. "Drucken" und "Versenden" in der linken Spalte.
 
Interaktivität:  In der Rubrik "Interaktiv" sind alle Inhalte gebündelt, die den passiven tagesschau-Zuschauer zum aktiven Nutzer machen sollen: Forum, Chat und Gästebuch. Es scheint zu funktionieren: die Nutzer leiden nicht unter der im Netz häufig verbreiteten Mitmachträgheit. Immerhin finden sich im Forum schon 225 Beiträge zum Thema "Ist Stoiber der bessere Schröder".
 
Quelltext:  Das großflächige Aufmacherbild auf der Titelseite ist zwar ein echter Eyecatcher, aber mit seinen 20 KB auch ein echter Ladestopper. Die verschachtelten Tabellen auf der 122 KB schweren Titelseite tun ihr Übriges.
 

 
   

Fazit

tagesschau.de hat das Ziel erreicht, ein Nachrichtenportal im Netz zu werden. Darüber hinaus wird das Markenimage der Tagesschau als seriöse Nachrichtensendung vorbildlich im Netz kommuniziert. Weniger vorbildlich: die katastrophale Navigation.  
 
 


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Tanja Mäurer
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