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T-Online.de


Infos zur AutorinInfos zur AutorinIm aktuellen TV-Spot zeigen Pinkschopf Enie und Kravattenträger Robert, dass das Internet ein bisschen verrückt ist. Perfekt sollte man denken. Das Internet muss tatsächlich Spaß machen. Die Wirklichkeit sieht jedoch anders aus. Wer Spaß sucht, surft besser nicht zu T-Online.
 



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Einstiegsseite:   Die Startseite füllt den kompletten Bildschirm aus. Die Seite hat - bis auf den Navigationsframe - keinerlei vertikale Struktur. Keine strukturgebenden Säulen, nichts. Stattdessen werden die Inhalte-Teaser nach dem Tortenprinzip aufgetischt: Eine Schicht folgt auf die nächste, jede mit eigenem Muster. So entsteht ein Content-Wirrwarr. Hinzukommt eine unprofessionelle Integration von Werbeflächen. Auch regelmäßige Besucher finden keine vertrauten Muster vor. Die Platzierung der Teaser wechselt ständig. So steht etwa die "Exklusiv"-Box mit ZDF-heute-Nachrichten immer woanders. Die Startseite hält sich zwar an die vertrauten Muster Logo oben, Navigation links. Doch der Rest ist Chaos.
 
Design:  Die starren Frames (Navigation, Kopf, Inhaltebereich) lassen dem Design wenig Freiheit. Auf der Artikelebene kommt noch ein vierter Frame hinzu (Bannerframe am Fuß der Seite). Doch vielleicht tun die festen Elemente der Site auch gut. Denn je mehr man sich durch die Site klickt, treten Inkonsitenzen auf. Der Inhaltebereich läuft mal über die komplette Bildschirmbreite, mal ist die Seite auf 800 Pixel begrenzt (so z. B. in Panorama). Der Grund lädt noch, aber man ahnt es schon. Es wurde Platz für einen Skyscraper benötigt. Die Werbung diktiert das Design. Insgesamt gibt es wenig Schmuckwerk. Die Grundschrift Arial wird eintönig eingesetzt. Einzig die Hausfarbe Magenta (Kopf, Textlinks) bringt ein wenig Leben auf die Seiten (wirkt aber nicht so frech wie Enies neue Haarfarbe). Der zweifache Doppelpunkt vor den Menüpunkten und den (halt nein: einigen) Ressortkickern sieht nach privater Homepage mit Hang zum Ascii-Look aus. Die Unterrubriken der Channels haben eigene Ressortköpfe. In Medien gibt es eine Montage aus Jauch, Gottschalk (blau getönte Sonnenbrille) und Satellitenschüssel.
 
Navigation:  Die Navigationsleiste ist überladen und schlecht lesbar. Die Menüpunkte stehen viel zu dicht beisammen. Die Unterbereiche des Portals sind nicht im vertrauten Katalog-Layout aufgelistet, sondern in einer unüberschaubaren Navigationsleiste untergebracht. 13 Unterpunkte zählt der Inhaltebereich. Der Dienstebereich hat 10 Unterpunkte, hinzu kommen nochmals 8 Unterpunkte aus dem Menü "Exklusiv" (dort werden Kooperationspartner wie heute.t-online.de gelistet). Das mag zwar beeindruckend aussehen, doch sind 31 Navigationspunkte zuviel des Guten. Man hätte T-Online auch mit einem straff strukturierten Menü geglaubt, dass es auf der Site unendlich viel Content gibt. Und vielleicht hätte man den gewünschten Inhalt auch leichter gefunden.

Der Navigations-Mouseover ist weiß (auf grauem Background). Doch es geht noch schlimmer: Auch die Standortmarkierung ist weiß (vielleicht meint T-Online damit "Hier nicht mehr klicken"?). In einigen Unterrubriken ist der Standort in der Navigation gar nicht markiert (z. B. in Webmail). Die globale Navigation bleibt in den tiefen Bereichen der Site nicht erhalten und macht einer bereichsspezifischen Navigation Platz. So stehen immer nur die Menüpunkte des angeklickten Ressorts zur Wahl.

Retter in der Not ist bei T-Online.de der Navigationspfad (Traurigerweise ist der Themenpfad immer öfter ein Alibi-Navigationswerkzeug von unübersichtlichen Websites). Besonders bei unerfahrenen Internet-Nutzern beliebt, ist der Pfad bei T-Online sogar bei sattelfesten Usern unverzichtbar, um sich im Channel-Gewirr zurechtzufinden. Doch - böse Falle - wehe man hat sich in den Business-Channel geklickt. Hier kommt man so schnell nicht mehr raus. Im Pfad gibt es keinen Link mehr zurück zur Startseite von T-Online, die Startseite heißt ab sofort T-Online Business.
 
Site-Architektur:  Jeder Inhalt hat bei T-Online gleich eine eigene Subdomain. Das sieht auf den ersten Blick ordentlich aus, entpuppt sich aber als Ablenkungsmanöver. Denn T-Online.de besitzt keinerlei konsitente Ordnungsschemata. Die unzähligen Subsites (aktuelles.t-online.de, sports.t-online.de, service.t-online.de, travel.t-online.de ...) deuten auf eine flache Hierarchie der Site hin (nur robert.t-online.de geht nicht, enie.t-online.de auch nicht). Die parallel angelegten Subsites haben unzählige Auswüchse, die wild vor sich hin wuchern. Mancher Inhalt hat auch seinen Stamm verloren (so existiert fun.t-online.de nicht mehr, Ableger mit diesem URL-Stamm gibt es aber noch). Die Subdomain heißt jetzt entertainment.t-online.de. Na egal, ist ja fast dasselbe.
 
Inhalt:   An Inhalten mangelt es T-Online sicher nicht. Doch durch das schlechte Interface sind die Inhalte kaum gezielt auffindbar. Wer etwa das verrückte Online-Game Wärnär sucht, hat's nicht ganz leicht. Über die Navigation ist Enies Lieblingsgame kaum aufzuspüren (Entertainment? Games? Online-Games?) Zum Glück gibt es ein Pulldown: und - Tatsache - Rache des Igels (so der Deckname des Wärnär-Games, man ist schließlich gut informiert) ist aufgelistet! Vielleicht hätte Robert im Spot einfach die URL sagen können? igel.t-online.de, so findet man am einfachsten hin. Insgesamt gelangt der entnervte User bei T-Online fast nur über Eigenbanner, Pulldown-Menüs oder Feature-Boxen zu den Inhalten. Gezieltes Suchen nach Informationen ist schier unmöglich. Stöbern, wie man es von aufgeräumten Yahoo- oder Amazon-Katalogen kennt, ist ebenfalls nicht drin.

Exklusive Inhalte bezieht T-Online von zahlreichen Content-Providern wie heute.de. Auch die interaktive Websoap "90-Sechzig-90" ist so ein "Exklusiv"-Inhalt (Modelagentur-Soap mit hochkarätiger Besetzung wie Oli P. (in einer "untypischen" Rolle (Fiesling)) und Gaststar Axel Schulz (auch der "nette Axel" spielt einen Fiesling) und sexy Zicken).
 
Textaufbereitung:  Die Text sind meist kurz aber lieblos getextet. Die Agenturmeldung wird manchmal mit Vorspann versehen. Zumindest erleichtern Zwischenüberschriften das Abscannen des Textes. Bei komplexeren Themen (Wahlen, Konsolenkampf) versucht T-Online seine Texte hypertextuell aufzubereiten - was nicht immer gelingt. Verwandte Texte werden per Textlink reingelinkt oder in einen (abseitsspielenden) "Mehr zum Thema"-Kasten gepackt. Die Artikel laufen für das Lesen am Bildschirm zu breit. Keine externen Links, keine Printversion.
 
Interaktivität:   Als Provider bietet T-Online das Standardpaket: Chats, Foren, Homepages, Messenger, SMS, Webmail. Wer geduldig genug ist, kann sich unter "Mein T-Online" seine eigene Startseite zusammenbauen. Die wenig intuitive Bedienung sollte man auf jeden Fall in Kauf nehmen, eine bessere Startseite als die offizielle kriegt jeder hin.
 
Quelltext:  Fehlerhafte Seiten (Frame kann nicht geladen werden, Seite nicht gefunden) tauchen auf T-Online.de regelmäßig auf. Wenn der User beim Klick auf "So werden Sie T-Online-Kunde" die Meldung "Lieber User, diese Seite existiert nicht" erhält, ist das wohl eher schade für T-Online als für den User. Die zwei Bildschirmseiten lange Startseite schafft es auf immerhin 198 KB. Allein der Inhalte-Frame besteht aus 94 Tabellen.
 

 
 
   

Fazit

Der schönste Link auf T-Online? Zu Terravista Portugal, der portugiesischen T-Online-Tochter. Diese Schönheit, unfassbar. Nach einer Tour durch T-Online sieht so das Paradies aus.   
 
 


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Heike Edinger
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