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Infos zur AutorinInfos zur Autorin Das Online-Angebot der Süddeutschen Zeitung wurde kürzlich erneut relauncht. Im Mittelpunkt stand dieses Mal eine Vereinfachung der Nutzerführung. Was nicht immer gelungen ist.
 



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Einstiegsseite:  Aufgeräumt, schnell zu erfassen und selektiv nutzbar. Die Seite ist in drei Spalten gegliedert: die Navigationsleiste in der linken Spalte, Promoboxen mit angeteaserten Top News in der mittleren und Sonderthemen in der rechten Spalte. Vorbildlich ist auch die Integration der Suchmaske im Header der Site sowie die prominent platzierten Links zu den Anzeigemärkten. Irritierend dagegen: die Hover-Textlinks. Ähnlich wie bei Spiegel Online muss der User den Screen mit seiner Maus erst nach Links abtasten. Peinlich: Statt nur die Headline oder einen mehr-Button hinter dem Teaser zu verlinken, hat es die SZ etwas zu gut gemeint: Neben dem kompletten Teasertext sind sogar Uhrzeit und Datum verlinkt.
 
Design:  Sehr seriös, sehr nüchtern und sehr grau-weiß. Etwas freundlicher wird die Site durch den Einsatz eines hellen Lila-Blau-Tons, der verdächtig an FAZ.net erinnert. Die Navigationsleiste und der Kopf aus Logo, Suchmaske und Links zu den Anzeigemärkten bilden eine optische Einheit und heben sich eindeutig von den Inhalten ab. Als Schriftart wird die webadäquate Verdana eingesetzt.
 
Navigation:  Auf der Site findet sich eine linke Navigationsleiste, in der alle 15 Rubriken gelistet sind. Unterhalb der Rubriken sind zusätzlich fünf Service-Textboxen untergebracht ("Service", "Marktplatz", "Online Medien", "Über uns", "Verlag"). Durch eine straffere Zusammenfassung einiger Navigationspunkte hätte der User alle Rubriken auf einen Blick und das nervige Scrollen könnte vermieden werden. Der aktuelle Standort wird in der Navigation optisch angezeigt (Pfeil plus Fettung). Die verschiedenen Navigations-Ebenen werden zusätzlich markiert durch Einrückung der jeweiligen Rubrik. Dieses Prinzip funktioniert allerdings ab der dritten Ebene nicht mehr, z.B. in der Rubrik "Computer > Neue Technik > Hardware". Hier wird nur noch mit minimalistischen 2-Pixel-Einrückungen gearbeitet - die Ebenen können nicht mehr unterschieden werden und der User ist verwirrt.
 
Site-Architektur:  Die Site ist auf der ersten Ebene in 15 Rubriken plus fünf Servicerubriken gegliedert. Jede dieser Rubriken ist wiederum unterteilt in eine zweite, dritte und teilweise auch vierte Ebene. Die für ein Online-Zeitungsangebot so relevanten "Schaufenster-Seiten" mit Promoboxen und angeteaserten Artikeln erlauben es allerdings dem User, sofort in einen Artikel einzusteigen ohne sich bis in die vierte Ebene durchklicken zu müssen. Einen Überblick über die Site-Architektur liefert die etwas versteckte Sitemap in der linken Navigationsleiste.
 
Inhalt:  Die SZ will innovativ sein und stellt zusätzlich zu ihrem Online-Angebot die komplette Druckausgabe 1:1 ins Netz - diese Vernetzung der Informationsangebote ist vorbildlich. Doch der Link zur Print-Ausgabe ist nicht ganz unmissverständlich: Auf der Einstiegsseite verlinkt die rechte obere Promobox auf die Druckausgabe, was textlich und optisch allerdings nicht klar wird. In der rechten Randspalte sind zusätzlich einige nützliche Features untergebracht, wie etwa Umfragen, Filmfinder für München oder Lexika.
 
Textaufbereitung:  Auf den ersten Blick scheint die Textaufbereitung der SZ vorbildlich und medienadäquat: Überschrift, Vorspann, kurze Absätze, Zwischenüberschriften, hypertextuelle Verlinkung zu weiteren themenrelevanten Beiträgen unterhalb des Artikels. Dennoch: oftmals sind die Artikel fürs Netz zu lang und gleichen einer Bleiwüste. Katastrophal: die 18-zeiligen Bildunterschriften bei den Agenturmeldungen.
 
Interaktivität:  Die rechte Randspalte bietet Platz für interaktive Features, z.B. die aktuelle Frage ("Braucht Deutschland schon vor der Bundestagswahl 2002 ein Einwanderungsgesetz?") oder ein rubriken-spezifisches Diskussionsforum ("Sanktionen für Arbeitsunwillige"). Letzteres ist allerdings schlecht umgesetzt: Der User hat nicht die Möglichkeit, direkt auf bestimmte Beiträge zu antworten.
 
Quelltext:  Die Site besteht aus unzähligen Tabellen (für jeden Navigationspunkt eine Tabelle!). Sie baut sehr langsam und sehr falsch auf: Der Inhalt der mittleren Spalte rutscht komplett unter die rechte, statt Text sieht man html-Tags. Der Klick auf den Reload-Button ist obligatorisch.
 

 
   

Fazit

Das Ziel einer verbesserten Nutzerführung hat die SZ nicht ganz erreicht: Problematisch ist die Umsetzung der linken Navigationsleiste und der Textlinks. Und: falsch dargestellte Seiten, html-Tags statt Text und der ständige Klick auf den Reload-Button dienen sicherlich nicht einer vereinfachten Nutzerführung.   
 
 


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Tanja Mäurer
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