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Bravo.de


Infos zur AutorinInfos zur Autorin Dr. Sommer geht endlich online! Und mit ihm das ganze Bravo-Team. Der Bauer-Verlag ließ sich Zeit für den Online-Auftritt der Teenie-Zeitschrift. Dafür ist der Launch bombastisch. Die Site kleckert nicht, sie klotzt - in jeder Hinsicht.
 



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Einstiegsseite:  Die Orientierung auf der Startseite fällt leicht - die Selektion weniger. Die Seite wirkt zwar aufgeräumt und nicht überladen, doch man weiß im ersten Moment nicht so recht, wo man seine Maus hinbewegen soll. Die Wege zu den Inhalten sind nicht besonders klar ausgeschildert. Der erste Klick geht auf Dr. Sommer - hier weiß man wenigstens, was einen erwartet. Das Suchfeld oben links irritiert: Was bitte kann man dort durchsuchen? Online und Chat?
 
Design:  Liebevoll. Die Farben sind spritzig, die Muster spacig und das Online-Logo gelungen. Die Farben und Hintergrunddesigns wechseln mit jeder Rubrik. Dies bringt zwar Abwechslung in die Site - aber mehr nicht. Eine Orientierungsfunktion haben die Farben nicht. So viele Schmuckelemente wie Bravo.de sie sich erlaubt, sind online riskant. Das Design ist zu sehr Selbstzweck und bremst die Site gewaltig aus.
 
Navigation:  Schon der Klick in den Artikel fällt schwer. Das Plus-Zeichen ist so weit vom Anreissertext entfernt, dass man es übersieht. Die Site-Navigation befindet sich im Kopf der Seite und ist als DHTML-Lösung realisiert. Die Unterrubriken fahren slow aus - wenn sie nicht hängenbleiben. Die Trennung zwischen dem Community-Bereich (Buttons oben) und dem Inhalte-Bereich (Textnavigation darunter) erschließt sich nicht sofort. Auch die Standortmarkierung (Breadcrumb-Leiste über dem Ressortkopf) ist nicht klar von den Unterrubriken getrennt (unter dem Ressortkopf). Weiterer Minuspunkt: Der Standort im Navigationspfad ist anklickbar und nicht markiert. Die Inhalte der vierten Ebene sind katastrophal eingebunden: Die bereichsspezifische Navigation der Unterrubriken befindet sich im Fuß der Seite. Wer also in der Rubrik "Musik" nicht ganz nach unten scrollt, wird nie erfahren, dass es außer "Sounds" (Standort) auch "News", "Check", "Charts" und "On Tour" gibt. Die Navigation ist weder intuitiv noch konsistent. Aber Gott sei dank! Das Bravo-Team war umsichtig. Deshalb gibt es jetzt die Anleitung So funktioniert unsere Navigation auf der Startseite. "Dabei geht's doch echt einfach"! Ach tatsächlich? Wie dumm von mir ...
 
Site-Architektur:  Die Site gliedert sich in einen Community-Bereich und in einen öffentlichen Inhalte-Bereich. Die Community - bestehend aus Scout, That's Me, People, Messages, Station, Playzone, Chat, Boards - erscheint zum größten Teil in Popups. Der Inhalte-Bereich ist in sechs Bereiche aufgeteilt, die sich jeweils in Unterrubriken gliedern. Diese dritte Ebene ist wiederum in Rubriken unterteilt. Diese Struktur wird jedoch nirgends sichtbar gemacht: Die Unterrubriken bleiben eingeklappt, die Unter-Unterrubriken stehen im Fuß der Seite. So wird weder mit dem reichhaltigen Sortiment geworben, noch dem Nutzer das Springen in andere Teilthemen erleichert. Auch das Labelling macht das Erfassen der Site als Ganzes anstrengend: Bei Namen wie "HomeMovies" oder "One Way" wird's holprig, bei "Scout" oder "Check" kryptisch. Weniger gekünstelte Bezeichnungen hätten die Inhalte transparenter gemacht (Free E-Mail statt Messages, Webradio statt Station).
 
Inhalt:  Die Printinhalte stehen nicht im Netz. Doch die wird man - bis auf die Foto-Lovestory - bei der Masse an eigenständigem Online-Inhalt nicht vermissen. Die Teenager-Institut Dr. Sommer klärt auch im Netz auf: Von Akne über Morgenlatte bis Zukunftsangst werden die letzten Zweifel ausgeräumt. Und wen die Frage quält: "Bin ich normal entwickelt?" kann bei den Flashgrafiken ranzoomen und sich vom Gegenteil überzeugen. Per Maus lassen sich auch die Stars ergründen: Der Unterschied zwischen Schumis und Nick Carters Oberarmen? Schumi ist der fitteste Fahrer und Nick hat ein Haifisch-Tattoo. Peinlich: Die Such-Engine ist so gut, dass sie bei der Suche nach "Britney Spears" auch nicht veröffentlichte Artikel mit Blindtext findet. Na, so kann man wenigstens Britneys Styling Tipps entgegenfiebern.
 
Textaufbereitung:  Die Texte sind internetgerecht: Knappe Info-Portionen, die durch Bilder oder Absätze aufgelockert sind. Wer die Texte zu Ende liest, wird nicht bestraft. Unter den Texten finden sich weitere Klickangebote, die zum Thema passen: "Die Schumi-Brüder, Coulthard oder Barrichello - Wer ist dem WM-Favorit?" Oder "Alle Facts über Christina Aguilera".
 
Interaktivität:  Transparent wird oben rechts angezeigt, wie viele Community-Mitglieder online sind und was im Chat los ist. Für's Community-Building werden alle Register gezogen: Flirtzone, Visitenkarte, in die man seine Augenfarbe eintragen kann, Gästebuch, Dating-Chat, Foren und lässige Online-Games. Bei jedem Artikel kann man seinen Vote abgeben: Ja, Brit ist voll eingebildet! Kretzsche? Ja klar, der ist cool! Und: Maske? Nö - ich bin von Natur aus schön!
 
Quelltext:  Prächtig und lecker anzusehen, aber jedem 56k-Modem wird Bravo.de schwer im Magen liegen. Der Quelltext der Startseite bringt mit Bildern 193 KB auf die Waage. Die Seiten sind gedankenlos und unprofessionell gebaut ohne Ladezeiten-Killer zu bereinigen. Die Startseite zählt stolz über hundert Tabellen. Rekord: Siebenfache Tabellenverschachtelung. Unzählige leere Zellen, die nicht aufgelöst sind, und Blind-gifs tun ihr Übriges.
 

 
   

Fazit

Die Inhalte sind abwechslungsreich und mit Liebe zum Detail aufbereitet. Aber: Die Nutzer werden kaum Spaß damit haben. Viele Features gehen unter, weil man durch die katastrophale Navigation nicht dorthin gelangt. Nein, liebes Bravo.de-Team, das geht nicht "echt einfach"! Eure User sind nicht unterdurchschnittlich begabt - höchstens eure Konzeptionsabteilung.   
 
 


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Heike Edinger
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