{die Zentrale}    
 
Newsletter abonnieren
 

{zurück zur Übersicht}    








 

   

BBC News


Infos zum AutorInfos zum Autor BBC News hat mit seinem gut vorbereiteten Relaunch Webdesign-Innovationen und hohe Nutzerfreundlichkeit versprochen. Einiges davon wurde erreicht. Doch vieles ist wohl Ergebnis von mutlosen Kompromissen.
 



BBC News

 

Direkt zu BBC News

   

BBC News
 
Einstiegsseite:   Zwei Dinge fallen sofort auf: BBC ist gewachsen und BBC ist geschrumpft. Ersteres durch die Verbreitung der Seiten von 640 auf 800 Pixel und letzteres durch eine sehr kurze Startseite. Das für News-Sites klassische Seitenlayout (mehrere Headline-Vorspann-Link-Module untereinander angeordet zum Abscrollen) wurde durch ein modernes Quer-Design ersetzt: Die Seite wird vom Aufmacher dominiert, weitere Artikel werden nur mit Headline gelistet. Artikel-Masse wird durch Klasse und Bild-Text-Teaser ersetzt.
 
Ein solches Quer-Konzept kann sehr übersichtlich sein, sorgt, wenn es gut gemacht ist, für mehr Klicks und lässt vor allem die Startseite schneller laden. Probleme bei BBC News: Von der Masse konnte man sich nicht konsequent verabschieden, so dass die Startseite aus vielen Überschrift-Listen besteht. Außerdem streiten viele in etwa gleichgroße Elemente um Aufmerksamkeit. Eine funktionsgeleitete Ordnung ist nur schwerlich auszumachen und eine Hierarchisierung von "Other Top Stories", Irak-Nachrichtenliste, zweit- und drittwichtigster Meldung sowie den Artikel-Teasern in der hinterlegten Leiste findet nicht statt. Ergebnis: Man nimmt nur den Aufmacher war sowie die drei Teaser in der oberen Teaser-Leiste. Der Rest ist Hintergrundrauschen.
 
Design:   Schlicht und unaufdringlich ist das BBC-Design. Es gibt kaum Elemente, die der reinen Verhübschung dienen. Auf Emotions-Attacken wurde gänzlich verzichtet. Allein die Nachrichten und die Nachrichtenvermittlung stehen im Vordergrund. Das Design steht im Dienste der Kommunikation und macht die User auf Features und Navigationsmöglichkeiten aufmerksam.
 
Hie und da gibt es Höhenunterschiede bei Spalten oder weiße Löcher, die eigentlich nicht zu erklären sind. BBC News ist durch die Werbefreiheit beim Design von Werbebannern gänzlich unbeeinflusst.
 
Navigation:   Die Hauptnavigation leistet genau das und nur das man von einer Navigation erwartet: Sie zeigt klar an, wo man ist und welche weiteren Navigationsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Sie ist schlicht und leistungsstark. Überall auf der Website werden Pfeile und Hover-Effekte konsistent zur Linkkennzeichnung eingesetzt.
 
Die Verlinkung auf der Artikelebene ist sehr gut. Artikelspezifische Links sind in den Artikel in Linkkästen eingebaut. Themenverwandte Links (intern und extern) sind in der Randspalte ausgelagert. Das Labelling sowie die Bündelung der Links auf der Artikelebene ist manchmal unklar. So werden manche Links mit eigenem Extra-Header austattet, andere nicht. Beide Formen werden umotiviert gebündelt, indem sie untereinander gelistet werden. Es wird nicht funktional zwischen Informationen (z.B. anderen Artikeln), Features (z.B. interaktive Karten) und Services (z.B. E-Mail-Alerts) unterschieden. Allerdings ist die Linkselektion sehr leserfreundlich. Das Pulldown "Links to more XX Stories" unter dem Artikel ist zwar platzsparend, wirkt jedoch befremdlich und ist wenig transparent. Besonders weil eine Ressortartikelliste auch in der Randspalte zu finden ist. Ein schlichter Link zur Ressort-Übersicht wäre hier besser.
 
Site-Architektur:   Simpel und transparent: Die Site ist in zwölf inhaltliche Sektionen gegliedert, die sich in der Hauptnavigation in der linken Randspalte wiederfinden. Ergänzt werden diese durch "Have your say" und zahlreichen Specials, die in der Rubrik "In depth" gebündelt sind. Alle anderen Features wie "Watch / Listen" oder "E-Mail-Services", "Help" etc. haben keinen Platz in der globalen Navigation. Den Usern wird immer sehr gut angezeigt, auf welcher Ebene der Hierarchie und in welchem Bereich der Website sie sich gerade befinden.
 
Inhalt:   BBC News liefert sowohl up-to-the-minute Nachrichten wie auch umfangreiche Hintergründe, interaktive Karten, Bildergalerien, Kommentare, Analysen, TV- und Audio-Material sowie brauchbare Links ins Web. Inhaltlich kann man eine Newssite kaum besser machen. BBC News demonstriert die Überlegenheit des Internet gegenüber Print und TV. Einziger Minus-Punkt: Kein Mini-Wetter auf der Startseite. Um Wetterinfos zu erhalten, muss man auf einen eigenen BBC-Channel wechseln.
 
Textaufbereitung:  Die Texte sind in Verdana sehr gut lesbar. Sie sind zudem internetgerecht geschrieben und aufbereitet. Durch Bilder, Karten, ausgelagerte Zitate und Linklisten werden die Artikel aufgebrochen. Zudem machen kurze Absätze und der Einsatz von Listen und Zwischenüberschriften das Lesen von längeren Artikel sehr angenehm. Die Nachricht wird sinnvoll durch Audio-Video-Files sowie interaktive Karten und Hintergründe ergänzt.
 
Funktionen wie "Email this to a friend" und "Printable version" finden sich über und unter dem Artikel. Diese Redundanz spart unnötiges scrollen und suchen.
 
Interaktivität:  Zu Brennpunkt-Themen wie Irak-Krieg oder SARS bietet BBC mit "Have your say" eine gut struktierte Leserbriefseite mit Mail-Formular an. Zudem gibt es den Talking Point eine werktägliche Call-In-Radio-Sendung in dem BBC-User debattieren können. Mit "Interactive Essays" verbindet BBC sehr gut die Stärken der Medien Fernsehen und Internet. Chats, Foren, Weblogs oder Comment-Funktionen zu einzelnen Artikeln gibt es nicht. Auch wird auf inhaltsleere Votes verzichtet. Die simple, aber für Leser sehr wichtige Feedback-Funktionen wie "E-Mail an die Redaktion" ist zwar im Kopf jeder Seite integriert doch fügt sie sich so sauber ein, dass man sie übersieht. Direkte Mail-to-Links im unmittelbaren Artikelumfeld wären sinnvoll. Konkrete Ansprechpartner und Über-Uns-Informationen sucht man vergeblich. Die Redaktion bleibt anonym.
 
Quelltext:  Mit 112 KB (inklusive Bildern) ist die Startseite sehr leicht. Durch einen innovativen HTML-Einsatz oder modernen CSS-Einsatz zeichnet sich BBC News allerdings nicht aus. Tabellenverschachtelungen und Blind-Gifs beschränken sich auf ein Minimum. Die Startseite ist ladefreundlich über mehrere Tabellen verteilt.
 

 
   

Fazit

An der Oberfläche schränken die unübersichtliche Startseite und Ressortsseiten das Surfvergnügen und das schnelle Informieren stark ein. Doch in der Tiefe ist BBC News (World edition) im Navigationsverhalten und im Nachrichtenwert weltklasse.   
 
 


...................................
Timo Wirth
...................................