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BBCi


Infos zur AutorinInfos zur Autorin Nach dem Relaunch ist vor dem Relaunch: Direkt nach der radikalen Überarbeitung im November 2001 plante BBCi bereits das nächste Redesign. Die meistgenutzte britische Website zeigt sich ab sofort emotionaler - und stilvoll zugleich.
 



bbc.co.uk

 

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Einstiegsseite:  Kein Gedrängel auf der Startseite: Statt unzähliger Mini-Teaser, die begierig auf Klicks warten, gibt es eine Titelstory, die in einem großflächigen Schaufenster ("promotional window") vorgestellt wird. Das Feature wechselt vier mal täglich. Dies macht die Seite abwechslungsreich. Neben diesem stark selektiven Content-Ausschnitt bietet die Startseite vor allem Tools für den zielgerichteten Nutzer: Auffällig platzierte Suchmaske, Themen-Katalog und Newsüberblick. Wer sich mit den Ladezeiten der Startseiten hiesiger TV-Sites abgefunden hat, wird bei BBCi einen Geschwindigkeitsrausch erleben.
 
Design:  Edel, flächig und zurückhaltend. Das Haupt-Promobild des Aufmachers bestimmt das Farbklima der Startseite: Dominieren im Bild Grüntöne, verändert sich die Grundfarbe der Seite entsprechend. Damit ruft jeder Besuch der Seite eine neue Stimmung hervor. Das Design stützt die wohldurchdachte Struktur, doch wirken einige Bereiche unhierarchisiert und gleichteilig (so etwa News-Box, Regionalsuche und Community-Bereich ("Communicate")). BBCi muss sich nicht über Werbung finanzieren, somit unterbrechen keine Anzeigen das stimmige Look & Feel. Zur Seitengestaltung setzt BBCi so wenig Bilder wie irgend möglich ein. In diesem Zusammenhang wundert man sich allerdings stark über die Submit-Buttons: Statt regulärer Formularelemente werden Mac-stylige Gifs verwendet. Macliebe kann manchmal sehr groß sein.
 
Navigation:   Textlinks sind weder unterstrichen noch farblich markiert. Dies lässt die Texte zwar harmonisch aussehen (zumal die Startseite fast nur aus Links besteht), doch gute Benutzerführung ist dies nicht. Manchmal deuten Fettungen auf einen Link hin. Sicher kann man jedoch nur sein, wenn man mit der Maus über den Text fährt und einen Hovereffekt findet.
 
Die Rubriken sind als Subsites gestaltet: Die erste Seite hat immer Startseiten-Charakter, links befindet sich eine bereichsspezifische Navigation. In die Gesamtheit des Portals sind die Subsites, die meist ein eigenes Design haben, jedoch nur schlecht eingegliedert. Es gibt keine globale Navigation (die graue Leiste ist mehr Dachmarken-CI als Navigationsinstrument), nur einen Back-Link zur BBCi-Homepage sichert den Weg zurück.
 
Zentrales Navigationselement des Portals ist die hauseigene Internet-Suche. Die Karteireiter auf der Ergebnisseite sind zwar gut lesbar, doch die Größe lässt einen zusammenzucken. Wenn man die Schrift im Browser auf "Größer" stellt, ist das Gesamtbild jedoch wieder stimmig.
 
Site-Architektur:  Wie jedes Monster-Portal hat auch BBCi Schwierigkeiten, die Informationsarchitektur transparent zu machen. Zwar gliedert sich die Site stringent nach dem Katalog-Prinzip (Lifestyle, Education, News etc.). Doch daneben gibt es noch andere Ordnungsschemata, etwa TV und Radio. Die Orientierung fällt schwer: Es wird kein Navigationspfad eingesetzt, der visualisiert, wie sich der Subbereich in die Gesamtsite eingliedert. Das Portal ist so schwer überschaubar.
 
Inhalt:  Die Mutter des Bildungsfernsehens will auch im Internet nur das Eine: Wissen vermitteln und Lebensratgeber sein. Kein Schrott ("Der Eine Ring in Silber und Gold - jetzt bestellen!"), kein Gewinnspiel ("Knacken Sie den Handy-Code!"). Toll ist die Kinder-Ausgabe "CBBC" mit eigenem Newsbereich ("Newsround"), der "Food"-Bereich inklusive personalisierbarem Rezeptbuch und die History-Section mit 3-D-Modellen und Animationen. Für Klassenstreber ist der Games-Bereich mit Quizzes, Puzzles, Brain-Games und "Action"-Game "Apple Catch". Im "Business"-Bereich werden auch Frauen ernst genommen und mit einem "Shop till you drop!"-Feature bedient. Nimmt man noch den Qualitäts-Newsbereich dazu, findet sich bei BBCi alles, was den online-affinen Bildungsbürger glücklich macht.
 
Textaufbereitung:  Die Schrift ist - trotz CSS-basiertem Design - skalierbar (dank em statt px). Da jeder Unterbereich sein eigenes Design hat, ist dies leider die einzige Konvention, an die sich alle Seiten halten. Die Textaufbereitung ist so jedesmal anders: Mal ist Arial, mal Verdana Grundschrift, mal gibt es eine Printversion in der linken Navigationsleiste (!), mal in der rechten Randspalte. Mal gibt es Text-Auslagerungen, mal einen Vorspann. Mal gibt es Textlinks, mal Linkkästen. Ein Site übergreifender Style Guide wäre eine gute Idee.
 
Interaktivität:  BBCi ist eine große Ratgeber-Community. Die Messageboards sind fest in jeden Themen-Channel integriert ("Get chatting with others now for nutritional tips!"). BBCi ermöglicht den Usern nicht nur den Austausch mit Gleichgesinnten, sondern stellt online auch Expertenrat zur Verfügung ("Ask the Doctor"). Über 300 Foren sind im "Communicate"-Bereich gesammelt. In dem 1999 gelaunchten Projekt (h2g2) wird von Community-Mitgliedern ein "Guide to Life, the Universe and Everything" geschrieben.
 
Quelltext:  Die Startseite ist nur erstaunliche 77 KB groß und lädt mit 56K-Modem in 12 Sekunden. Vorbildlich wird die Seite beim Laden nach und nach aufgebaut (der Code ist in drei Tabellen untergebracht). Trotz Stylesheet-Verwendung finden sich im Quelltext 110 überflüssige Font-Tags. Ein geschicktes Javascript unterstützt die Benutzerführung auf innovative Art und Weise: Klickt man etwa auf der Startseite bei jedem Besuch auf "News", färbt sich die News-Box dunkler und wird so optisch hervorgehoben.
 

 
   

Fazit

Powered by Emotion: Die Briten zeigen, dass emotionales Webdesign keine knalligen Farben braucht. Der Bildungssender wirkt elegant, strukturiert und höchst einladend. Die Integration der Subsites könnte geschickter gelöst sein.   
 
 


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Heike Edinger
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