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Achtung bissig!


Printversion

Infos zur AutorinInfos zur Autorin Ein schweres Buch mit gewichtigen 656 Seiten mit schwergewichtigen Themen - Rasse, Religion, Herkunft, Geschichte, Geschlechterbeziehungen. Doch sobald man sich reingebissen hat, ist es eine leichte Kost - in gut zu beißende Brocken zerlegt und in locker-frischem Ton serviert. Damit sie auch morgen noch kraftvoll zubeißen können.
 

 

 

Archie ist ein gescheiterter Radprofi mit einer gescheiterten Ehe. Er verdient sein täglich Brot durch das Entwerfen von Faltplänen für Broschüren und Prospekte. Am Neujahrsmorgen 1975 schließt er am Auspuff einen Staubsaugerschlauch an, legt ihn auf den Beifahrersitz und macht es sich in voller Kord-Montur in seinem Auto bequem. Der Grund: Seine Frau Ophelia ist geistig umnachtet und hat nach dreißig Jahren Ehe die Scheidung eingereicht. Doch das Leben sagt zum ersten Mal ja zu Archie. Dem Tod von der Schippe gesprungen, stolpert Archie in eine verkaterte Kommune. Dort trifft er die schwarze Schönheit Clara. Ihr fehlen die oberen Zähne. Clara, neunzehn, und Archie, siebenundvierzig, sind sechs Wochen später verheiratet. Archies bester Kumpel ist Samad Iqbal, ein einarmiger Kellner in einem kleinen indischen Restaurant. Einst führen die beiden im Panzer während des Zweiten Weltkriegs durch Osteuropa und so was schweißt zusammen.
 


 
 
   

Der Staub der Jahre

Mit seiner Frau Alsana hat Samad Iqbal zwei Söhne, die Zwillinge Millat (faul und rebellisch) und Magid (klug und wohlerzogen). Samad schickt seinen Sohn Magid zurück in die Heimat nach Bangladesch, damit aus ihm ein guter Muslim wird. Doch als Magid zurückkehrt, ist er englischer als die Engländer, ein englischfreundlicher Atheist. Archie und Claras etwas dickliche Tochter Irie ist unglücklich verschossen in den Mädchenschwarm Millat Iqbal. Sie will Zahnmedizin studieren und als sie sechzehn ist, wird sie von den Vorderzähnen eines falschen Gebisses ohne dazugehörigen Mund in den rechten Fuß gebissen. So erfährt sie die Wahrheit über die Zähne ihrer Mutter und flieht zu ihrer Großmutter Hortense.
 

 
   

Wurzelbehandlung und Ahnenforschung

Was bedeutet es, englisch zu sein? Wie beeinflusst die Vergangenheit unseren Werdegang? Zadie Smith belebt die ernsten Themen Identität, Rasse, Geschlecht, Religion, Kultur, Geschichte und Genetik durch die Gesichter, Münder und Körper der ganz normalen Leute der Familien Jones und Iqbal. Der Verlust der Identität, so die Quintessenz des Romans, ist nichts beklagenswertes. Es ist vielmehr etwas, über das man lachen kann: Also Zähne zeigen.
 

 
   

Fazit

Zadie Smiths Schreibe erfrischt den Mundraum wie ein Kukident. In jedem Satz steckt ein schmunzelpulver-verdächtiger Schalk, der einem gar bisweilen ein herzhaftes Lachen herauskitzelt, das jeden Zahnarzt erfreut hätte.  
 
-- Zadie Smith: Zähne zeigen. Droemer Knaur, 2000. 656 Seiten, gebundene Ausgabe (44,90 DM)

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Welchen Beruf möchte Irie Jones ergreifen?
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Jutta Edinger
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