{die Zentrale}    
 
 
 

{zurück zur Übersicht}    








 

   

Scharfe 0190-Frau


Printversion

Infos zur AutorinInfos zur Autorin Am 16. Februar 2001 erschien "Masserberg", das neue Buch der Pro Sieben-Wetterfee Else Buschheuer. Wie war das noch in ihrem ersten Buch, das das Weather Girl zur Skandalnudel machte? Ein "Roman für stinknormale Großstädter".
 


Buschheuers Homepage
Fernsehauftritte

 

Paprika Kramer ist eine stinknormale Berliner Werbeagentur-Chefin und scharf. Nur mit scharf geladener Knarre, Handy, Desinfektionsspray, Aspirin und Valium verlässt sie ihre Wohnung, um sich in die Hölle - das sind die Anderen - zu begeben. Hundsgemein und mit der "sozialen Kompetenz eines Stuhlbeins", schaut sie "Seinfeld" und "Bärbel Schäfer", gibt schließlich dem Fernseher mit einem Close-up von Roger Willemsen auf der Mattscheibe mit einer Kugel aus ihrer Walther PPK den Rest. Aus einem unschuldigen Anruf der 11833 wird für Paprika ein pikantes Abenteuer mit 0190er-Vorwahl.
 

 
   

die Amokläuferin

Die Telefonauskunfts-Stimme wird leibhaftig und zu ihrem gefährlichen Liebhaber Valmont, der ohne ein Wort zu sagen Paprika mit Haue zu blauen Flecken und zu einer extravaganten SM-Romanze verhilft. Dann setzt Pro Sieben "Seinsfeld" ab, Valmont ruft nicht mehr an, also erschießt Paprika Männer im wehenden Mantel und Maik im Jersey-Schlafanzug, ihren Nachbarn aus Ostdeutschland und Besitzer eines "Bärschnglubbs" (hochdt. Pärchenclubs).
 

   

die rasende Else

Erst avancierte Else Buschheuer von der Kartenabreißerin zum Fräulein Wetterkarte. Viel mehr als uns durch die Wetterkarte zu navigieren, traute man der Dame mit dem unterkühlten Charme einer Inge Niedeck nicht zu. Doch dann servierte sie uns "die wilden Phantasien der Wetterfee" (BILD) in einem roten Bändchen mit dem Titel "Ruf! Mich! An!" und verhalf so manchem Literaturkritiker zu roten Öhrchen. Und, schwupps, dann klappte es auch mit der Karriere: Seit Januar hat sie eine tägliche Kolumne in BILD und schreibt "Montags links oben" im "Tagesspiegel".
 

 
   

die Stadtneurotikerin

Frau Buschheuer ist nicht ungeschickt dabei, aus der populären Waren- und Medienwelt eine würzige Tomatensuppe zu mixen. Das liest sich dann so: "In der In&Out-Liste der Bildzeitung stand gestern, dass Pflaumenkuchen von Aldi hip ist. Ich also zu Aldi. Kloppe mich mit Hellmuth Karasek um die letzten drei Packungen. Zum Schluss drehe ich ihm mit dem Zeigefinger seine Kringellöckchen nach und sage: "Geh nach Hause zu Mama, Professorchen, oder ich muss dir sehr, sehr weh tun!" Da lässt er los, macht eine Schippe und tröstet sich mit einer Jumbo-Packung Weinbrandbohnen ohne Kruste." Lustig, wenn man blond mag.
 


 
   

Fazit

"Runtergerotztes Zeugs" nennt Frau Buschheuer selbst ihr Machwerk. Und wundert sich: "Wenn man das für ein Buch hält, dann ist irgendwas falsch." Man steckt nicht drin. Vorsicht! Dieses Buch entfaltet eine fatale Wirkung. Nach Lektüre dieses Buches wird der Besuch von Menschenansammlungen, etwa ein mäßig besetzter Linienbus, zur Qual.     (mit viel gutem Willen, weil es heute aufgehört hat zu schiffen)
 
-- Else Buschheuer. Ruf! Mich! An! Diana Verlag. 2000. (221 Seiten, 36 Mark, gebundene Ausgabe)

das Buch danach

Ich fürchte fast, mein Ruf wird ungehört verhallen. Buschheuers ungebrochene schriftstellerische Avancen haben einen neuen Roman gezeugt. Nachdem sie ihre Großstadtneurosen ausgekotzt hat, scheint sie nun auf den Spuren von literarischen Großmeistern wandeln zu wollen. "Masserberg" ist die Geschichte um die Insassen einer Augenheilklinik in Thüringer Reizluft. Ob Schwarzwaldklinik oder Zauberberg - der Trend wird es uns in Kürze lesen lassen.
 
-- Else Buschheuer. Masserberg. Diana Verlag. 2001. (240 Seiten, 36 Mark, gebundene Ausgabe)


...................................
Jutta Edinger
...................................