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Neues von Mr. X


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Infos zum AutorInfos zum Autor Eine neue Lebenstil-Pop-Studie in Romanform? Nein! Douglas Coupland hat eine neue Richtung eingeschlagen: Weg von trendigen Begriffen und sloganhafter Sprache hin zu spirituellen Ereignissen und literarischerem Aufbau. Schafft es Coupland mit einer zunächst wenig spannend klingenden Story zu überzeugen?
 


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Portrait (Guardian)
Interview-Sammlung

 

Will ich was über Susan Colgate - Nachwuchsmodel und Soap-Star - und John Johnson - ehemals erfolgreicher Actionschauspieler und Produzent - lesen? Eigentlich nicht, doch die Story - wie der   Klappentext neugierig machend zusammenfasst - machen die Sache schon interessanter: Susan Colgate stürzt mit dem Flugzeug ab und nutzt die Chance, unbekannt und fernab von Schönheitswettbewerben und einer hysterischen Mutter ein neues Leben zu beginnen. John Johnson steigt aus seinem reichen, langweiligen Drogen-Hollywood-Leben aus, - nachdem er im Sterben liegend eine Vision von Susan Colgate hatte - um alles hinter sich zu lassen und die Frau seiner Träume zu suchen.
 



 
 

   

Klassische Coupland Elemente

Wie immer bei Coupland spielen die kleinen, selbstverständlichen und unbeachteten Dinge unserer Kultur eine große Rolle. Hierzu gibt es zahlreiche Beispiele: Toiletten bei McDonalds, TV, Stars, Misswahlen und Stewardessen, die Rettungsübungen demonstrieren. Unter dieser Pop-Verpackung sucht Coupland sehnsüchtig nach altmodischen Werten wie: Liebe, Sinn und Geborgenheit.
 


Auch von Coupland:
_Generation X
_Shampoo Planet
_Life After God
_Microserfs
_Polaroids from the Dead
_Girlfriend in a Coma
 

   

Neue Miss Wyoming-Elemente

Die Story passt zusammen; man hat bei Miss Wyoming den Eindruck, dass Coupland zum ersten Mal eine literarische und keine moralische Intention hatte. Die Handlung ist in nicht-lineare Kapitelsequenzen zerstückelt und springt zwischen Zeiten und den beiden Hauptfiguren John Johnson und Susan Colgate hin und her. Das bringt Tempo, Spannung und Abwechslung.
 

 
   

Fazit

Ich bin mir selbst nicht sicher, ob ich dieses Buch gut oder schlecht finde. Worin ich mir allerdings sicher bin: Miss Wyoming liest sich sehr flüssig und abwechslungsreich. Coupland schafft es wieder einmal, dass ich mich für Leute interessiere, die ich eigentlich völlig uninteressant finde. Durch banale Alltagshandlungen und universelle, kitschige Träume schafft er Menschen und knüpft Verbindungen zwischen den Figuren und dem Leser. Jedoch kommt das Sozialstudienhafte diesmal zu kurz.  
 
Douglas Coupland: Miss Wyoming. Flamingo, 2000. (£9.99)


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Timo Wirth
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