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Die Milch macht's!


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Infos zur AutorinInfos zur Autorin Die gute H, der altbackene Klassiker aus dem Vorratsschrank, im fiktional-subjektiven Alltagstest gegen den hippen LC1-Drink. Ein Versuchs-Tagebuch einer Milchprobe. "Es funktioniert"? Oder "Iste Quatsch"?
 

 
 

Untersuchungszeitraum: 1 Woche.
Versuchsanordnung: Die Probanten leben gemeinsam in einer Wohngemeinschaft und teilen einen Kühlschrank. Sie, 25, lacto-Vegetarierin. Konsumiert 3 Liter Vollmilch pro Woche. H-Milch als Not-Ration immer im Vorratsschrank. Noch nie probiotische Milchprodukte getrunken. Er, 26, achtet streng auf seinen Cholesterinspiegel, kauft fettarme Milch. Konsumiert einmal pro Woche ein probiotisches Trinkprodukt. Testperson A (Er) muss 3 Liter H-Milch pro Tag zu sich nehmen, Testperson B (Sie) 18 Mal pro Tag eine 80 ml-Flasche LC1-Go trinken.

1. Tag -- Abwehr

Er. Nach fünf Tassen H-Milch abgehärtet. Fühle mich topfit. Milch macht müde Männer und so. Ab auf die Piste.
Sie. Alberne LC1-Drinks mit dem Vanille-Zitronen-Aroma vorm Fernseher getrunken. Angeheitert. Warten auf die Stärkung der Abwehrkräfte.
 

gealdit-Übersicht
 

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H-Milch
Für 3-6 sek auf 135-150 Grad erhitzte Milch (ultrahocherhitzt). Dabei denaturiert das
Eiweiß zu 50-90%, 10-20% der Vitamine
gehen verloren. Deshalb ernährungs-
physiologisch nicht wertvoll.
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2. Tag -- Spülstress

Er. Bärenhunger heute morgen. Im Kühlschrank nur vier Packungen H-Milch. Halber Liter mit halber Packung Cornflakes. Sie zickt rum wegen Spüldienst. Soll ich die verkrusteten Tassen spülen, aus denen sie Ovomaltine XXL trinkt?
Sie. Pur bekomme ich LC1-Drinks nicht mehr runter. Aber sechs Löffel (= doppelte Dosis) Ovomaltine killen nicht nur H-Milch, sondern auch den penetranten LC1-Geschmack.
 


 
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LC1
Lactobacillus LC1 ist eine Milchsäure-
bakterienkultur "mit probiotischer Wirkung".
Diese Bakterien (Lactobacillus johnsonii la 1)
sind besonders widerstandsfähig gegenüber
der Magensäure, gelangen lebend in den
Darm und beeinflussen das Gleichgewicht
der Darmflora positiv. Die Produktion von
Antikörpern wird angeregt und so die
Abwehrkräfte gestärkt.

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3. Tag -- Müllprobleme

Er. Jemand müsste mal den Müll runterbringen. Leere Tetra Packs stauen sich im Gelben Sack-Bereich des Mülleimers. Bock auf ein gepflegtes Bockbier statt dem Kinderkram hier.
Sie. Er weigert sich, mein Geschirr mitzuspülen. Verdächtige ihn, meine halb leere Flasche Milch mit seinem Pensum H-Milch aufgefüllt zu haben, als ich in der Badewanne war. Heißer LC1-Drink mit Honig. Mikrowelle?
 

 
   

4. Tag -- Plastik-Kunst

Er. Kater. Magenverstimmung. Aber Milch kompensiert Döner-Fahne.
Sie. Nachdem er aus der Kneipe kam, hat er sämtliche leeren LC1-Drink-Plastikflaschen auf dem Fensterbrett in der Küche aufgereiht. Mit nassen Haaren zur Mülltonne. Schnupfen geholt.
 

 
   

5. Tag -- Milchweg

Er. Unlauterer Wettbewerb. Die raffinierte Schlampe hat sämtliche Freundinnen eingeladen und serviert ihnen große Mengen von Bananenmilch gepanscht mit LC1-Drink. Milchmädchenrechnung: Als Gegenzug die Nachbarskatze angelockt und mit 1 Liter H-Milch abgefüllt.
Sie. Keinen Milliliter LC1! Um Entzugserscheinungen abzuwehren ein Milky Way gegessen.
 

 
   

6. Tag -- Katze k.o.

Er. H-Milch. Hass-Milch. Katze weigert sich, die Wohnung zu betreten. Bestimmt hat sie der Katze LC1 zwangsgefüttert.
Sie. Sein Milchgesicht ist mir zuwider.
 

 
   

7. Tag -- Aggression

Er. Koffer gepackt und ausgezogen. Mit den Jungs um die Häuser gezogen. Bloß nicht in die Milchbar.
Sie. [...]
 
Tagebuch der Testpersonen bricht hier ab. Der männliche Tester hat seinen Mietvertrag zum 1.12. gekündigt und ist in eine Männerpension gezogen.
 

 
   

Auswertung

Die abschließende Haaranalyse ergab: Deutliche Oberflächenstrukturverbesserung mit gesundem Glanz und Fülle bei beiden Probanten durch überdurchschnittliche Zufuhr an Milchprodukten. Der Auszug einer Testperson aus der gemeinschaftlich genutzten Wohnung muss gedeutet werden als erhöhte Aggressionsbereitschaft infolge der Stärkung der Abwehrkräfte durch LC1. Weder der weiblichen noch der männlichen Testperson gelang es, mit der LC1-Trinkflasche den Milchschnurrbart aus dem LC1-Werbespot zu erstellen.


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Jutta Edinger
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