{die Zentrale}    
 
 
 

{zurück zur Übersicht}    







 
   

Ordnung auf die Site!


Printversion

Infos zum AutorInfos zum Autor Der Joghurt steht im Kühlregal, Cola findet sich in der Getränkeabteilung und Kaugummis liegen an der Kasse. Ist doch klar, im Supermarkt hat alles seine Ordnung. Weniger klar sind Ordnungsstrukturen auf einer Website. Wie kann man vermeiden, dass der User, der eine Mail-Adresse sucht, nur Käse findet?
 

 

 

alles exakt, doch keiner findet was

Am besten wäre es, nach System exakt so zu ordnen, dass jeder, der das Gleiche sucht, das Gleiche findet. Hierfür gibt es drei Möglichkeiten.
alphabetisch: Von a-z alles gelistet, alles streng logisch und nach Anfangsbuchstaben sortiert. Doch ist diese Sache ziemlich umständlich und zeitaufwendig. Man stelle sich vor, alle Produkte im Supermarkt wären alphabetisch sortiert: die Äpfel lägen in der Nähe der Butter, aber der Quark fände sich am anderen Ende des Supermarkts. Alphabetische Verzeichnisse werden meist sehr lang und bieten kaum Zusatzinformationen. Zudem ist oft nicht klar, wie man einen Sachverhalt genau benennt. Sind Diskussionsforen unter D zu finden oder unter F wie Foren und gar unter B wie Boards? Will man dem Betreiber schreiben, sucht man unter e wie e-Mail, m wie Mail oder k wie Kontakt?
chronologisch: Wenn sich eine Thema zeitlich gliedern lässt, ist eine chronologische Ordnungsweise übersichtlich. Doch die wenigsten Websites haben Geschichte zum Thema.
geografisch: Eine entfernungsbasierte Ordnung ist klar und eindeutig. Wie weit ist allerdings ein Artikel über einen Kinofilm von einer politischen Meldung entfernt?
Diese exakten Ordnungsschemata sind Spezialfälle und finden auf den meisten Websites keinen oder nur zusätzlichen Einsatz, da ihre Exaktheit weder den User noch das Thema unterstützt. Der User geht meist intuitiv vor und weiß nicht genau, was er sucht. Zudem sind Informationen oder Themen meist nicht exakt zu klassifizieren, sondern besser thematisch zu gruppieren.
 

   

mehrdeutig ordnen schafft Klarheit

Eine Zeitung ist meist grob in die Bereiche Politik, Wirtschaft und Kultur eingeteilt. In einem Supermarkt gibt es Kühlwarenbereich, Getränkeabteilung, Käsetheke etc. Zudem werden themenspezifische Bereiche wie etwa "Alles zum Grillen" gebildet. Das hat den Vorteil, das der Leser bzw. Kunde nicht alle Produktnamen und Artikel im Vorhinein kennen muss, sondern intuitiv und interessengeleitet vorgehen kann. Eine Website sollte durch ihren Aufbau ähnliche Ordnungen schaffen. Ordnungsschemata lassen sich unterschiedlich bilden.
bereichspezifisch: Eine Website nach Bereichen zu gliedern, ist benutzerfreundlich, da eine solche Ordnung aus Zeitungen, Sachbüchern oder Zeitungen bekannt ist. Doch sollte darauf geachtet werden, dass die Bereiche trennscharf sind und für den User einen Sinn ergeben. Interne Produktionsprozesse von Anbietern oder Unternehmen entsprechen oft nicht den Kategorisierungsschemata der User.
problemorientiert: Informationen werden nach bestimmten Problemen oder Prozessen gruppiert, so wie etwa "Microsoft Word" in Datei, Bearbeiten, Ansicht etc. gegliedert ist. Eine solche problemorientierte Gliederung bietet sich vor allem bei Service-Seiten an.
nutzerspezifisch: Wenn es unterschiedliche Nutzergruppen oder Nutzungs-Verhaltensweisen gibt, sollte man das Ordnungsschema einer Website daran ausrichten. So kann eine Internetzeitung einen Bereich für den schnellen Informationssucher schaffen, in dem er alle relevanten Informationen auf einen Blick erhält. Daneben kann mit Bereichen für Anfänger und Profis zwischen unterschiedlichen Kenntnissen differenziert werden.
metapherngeleitet: Den Aufbau einer Website an einer Metapher zu orientieren, kann sehr fruchtbar sein. Das unbekannte Angebot kann durch die bekannte Metapher für den User schnell vertraut wirken. Der User kann sich so schnell orientieren. Problematisch wird es jedoch, wenn der User die Metapher nicht kennt oder die Metapher vom Anbieter nicht konsistent eingehalten wird. Überdies kann eine Metapher den Anbieter sehr einengen, da sie bestimmte Funktionen nicht bietet.
 

 
   

für unterschiedliche Nutzer

Äußerst nutzerorientiert kann es sein, wenn zusätzlich zum Hauptordnungsschema weitere hinzukommen. Dies macht ein Internetangebot transparenter und entspricht unterschiedlichen Vorlieben und Nutzungsgewohnheiten der User. So könnte man alle Interviews über Bereiche hinweg gruppieren, die meistgelesenen Artikel zusammenfassen oder Redaktions-Highlights empfehlen.
 

 
   

goldene Richtlinien zum Schluss

Die Ordnungsschemata sollten sich stets an den Bedürfnissen der Nutzer orientieren und ihren Erwartungen nachkommen. Die Nutzer sollten sich nicht erst an anbietereigene Ordnungen gewöhnen müssen und viel Zeit zum Auffinden von für unplausibel abgelegten Informationen verbrauchen. Also, das Walmart-Prinzip für Websites: Der User ist König! Service ist alles!

...................................
Timo Wirth
...................................