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Affengeile 3. Dimension


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Infos zur AutorinInfos zur Autorin "Ein karibisch abgedrehtes Piraten-Adventure nach bester Enterhaken-Manier" verspricht LucasArts mit seinem vor kurzem erschienenen vierten Teil der kultigen Grafik-Adventure-Reihe Monkey Island. Abgesehen von der unkomfortablen Steuerung hält "Flucht von Monkey Island" was es verspricht: abgedrehte Story, absurde Rätsel und schräger Humor.
 


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Komplettlösung (dt.)

 

Starring Teil 4: Möchtegern-Pirat Guybrush Threepwood, Gouverneurin Elaine Marley, Zombiepirat LeChuck (gefährlicher als je zuvor), wohlbeleibte Voodoopriesterin Carla, sprechender Totenschädel Murray, mysteriöser Charles L. Charles, windiger Immobilienhai Ozzie Mandrill (Australier), nasenloser Pegnose Pete und mehr Affen als je zuvor.
 

   

Story: Guybrush gegen den Rest der Welt

Guybrush Threepwood und die ihm angetraute Gouverneurin Elaine (jetzt mit schickem Doppelnamen Marley-Threepwood) Elaine und Guybrushkehren im vierten Teil des Adventure-Games von ihrer Hochzeitsreise nach Mêlée Island zurück. Statt des obligatorischen Grogs gibt es dort allerdings nur Ärger: Elaine ist für tot erklärt worden, die Gouverneurs-Villa soll abgerissen werden und ein mysteriöser, australischer Immobilienhai namens Ozzie Mandrill plant anti-piratische Aktivitäten und will die unsichere Karibik in eine harmlose Touristenattraktion verkommen lassen: statt Grog-Bars gibt es Sushi-Bars, Planet Threepwoods und StarBuccaneer's Cafés, statt gefährlichen Duellen gibt es Resozialisierungs-
maßnahmen für Piraten. In seinem pinkfarbenen Piratenschiff begibt sich der tapfere Guybrush nun in den Kampf gegen Ozzie Mandrill, die "ultimative Beleidigung" und Sushi-Bars.
 

 
   

Kostüme: Guybrush als 3D-Knetfigur

Während die schräge Story in klassischer Monkey-Island Manier geschrieben ist, weicht das Spiel grafisch mit seinem "Skorbut-erregenden 3D" von seinen Vorgängern ab und man befürchtet zunächst, dass Monkey Island nun auch dem Mainstream zum Opfer gefallen ist. Guybrush, Elaine & Co. sind zu 3D-Figuren geknetet worden, aber sie erinnern eher an Tim Burtons "Nightmare Before Christmas" als an "Toy Story": sie sind verzerrt, seltsam proportioniert und comicartig verfremdet. Sie bewegen sich vor bunten, abgedrehten 2D-Hintergründen mit spiralförmigen Wolken und schrägen Hütten à la "Day of the Tentacle" oder "Sam & Max" - rechte Winkel scheint es in dem virtuellen Inselreich nicht zu geben.
 

Herman Toothrot und Guybrush
   

Navigation: Guybrush ohne Maus

Die Steuerung ist im Gegensatz zur Grafik äußerst gewöhnungsbedürftig, da Guybrush die Rätsel nicht per Maus löst, sondern per Joystick, Gamepad oder Tastatur. Für den Maus-verwöhnten Monkey Island 1-3 Spieler ist die Tastatursteuerung anfangs eine Zumutung, da es eine zeitlang dauert, bis man die 22 unterschiedlichen Befehle den verschiedenen Tasten zuordnen kann - der Blick auf die mit Tastaturbelegungen vollgekritzelten Post-it-Zettelchen am Monitor ist obligatorisch. Obwohl der Komfort der alten Maussteuerung nie erreicht wird und sich "Monkey Island 4" anfangs spielt wie "Tomb Raider" oder "Resident Evil", gewöhnt man sich allerdings relativ schnell an die neue Steuerung und genießt schon bald die Rätsel.
 

 
   

Rätsel: Guybrush und der Spielfrust

Die zu lösenden Aufgaben bewegen sich anfangs noch auf einem Einsteiger-Niveau, werden allerdings zunehmend härter, absurder und abgedrehter - man zweifelt stellenweise am Verstand der Entwickler oder wundert sich einfach nur über so viel Kreativität. Unschlagbare Highlights: Beleidigungsarmdrücken mit dem Piraten Mr. Käse, Prothesen-Einsammeln im Prothesenladen, Plankenspring-Wettkampf mit dem grandiosen Marco de Pollo und der finale "Monkey Combat". Selbst wenn man jeden Gegenstand betrachtet, sämtliche Objekte miteinander kombiniert und alle Dialogoptionen wählt, hört man den leidigen Satz "Ich glaube nicht, dass mir das weiterhilft" allzu oft und der gelegentliche Spiel- und Rätselfrust eines Adventure-Games lässt sich nicht vermeiden - da helfen nur die entspannende karibische Hintergrundmusik, die schrägen Dialoge oder die Komplettlösung für den Notfall.
 

LeChuck
   

Fazit

Für alle, die sich von der unkomfortablen Steuerung nicht abschrecken lassen, ist "Flucht von Monkey Island" ein abgedrehtes Adventure-Game mit hohem Spaß- und Rätselfaktor: Die grafische Darstellung passt zur kultigen Story, den skurrilen Dialogen und den (un)lösbaren Aufgaben. Nach so viel Adventure krame ich gleich wieder MI 1-3 aus meiner Kiste und warte gespannt auf den 5. Teil. Gee Whiz Faktor:  
 


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Tanja Mäurer
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