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DallasNews

DallasNews.com ist von Editors & Publishers zum "Best Internet News Service" gekürt worden. Doch die Auszeichnung nützt den Nutzern wenig. Einfache Web-Konventionen werden missachtet.

Einstiegsseite:   Auf den ersten Blick sieht die Dallas News sehr ansprechend aus. Die Startseite wirkt aufgeräumt und klar strukturiert. Der Aufmacher mit großem Bild wirkt als Eyecatcher. Navigation, Suche, Wetter, Börseninfos und weitere Meldungen fügen sich geschmeidig ins Gesamtbild. Hierarchie-Ebenen werden klar kommuniziert.
 
Design:   Die Verwendung der Farben Graublau, Anthrazit, Schwarz, Beige und Dunkelrot haben einen Versachlichungseffekt und sorgen so für Seriösität. Das Design wirkt aus einem Guss und folgt klaren Vorgaben. Das biedere Weinrot in Kombination mit 'dotted' Elementen spricht sowohl die bürgerliche Mitte als auch die Techis an.
 
Navigation:   Hört man auf, die Site nur anzuschauen und fängt an, sie zu benutzen, fangen die Probleme an: Das große Aufmacher-Bild ist nicht sensitiv. Auch der Vorspann ist nicht klickbar, obwohl er mit einem Pfeil, der gebräuchlicherweise als Klickmarkierung fungiert, versehen ist. Ein Mehr-Link nach dem Vorspann fehlt gänzlich. Einzig über die klickbare Überschrift kommt man zum Artikel.
 
Die schicke horizontale Navigation arbeitet mangelhaft. Zwar machen DHTML-Flyouts die Untermenüs schnell transparent, doch die Überkreuznavigation zerfällt. Der Zusammenhang zwischen dem Karteireiter oben und dem dazugehörigen Untermenü wird nicht sofort deutlich, da keine grafische Verbindung besteht. Der Navigationsstandort wird zu unscheinbar hervorgehoben. Für die dritte Navigationsebene gibt es keine Richtlinien: Mal wird diese schön designt, mal unmotiviert über den Contentbereich gesetzt.
 
Kuriose Eigenheit: Die Navigationspunkte der Untermenüs (außer bei Sports) sind alphabetisch geordnet. Gewöhnbedürftig aber klar. Völlig unklar ist der Zweck von doppelten Navigationspunkten, die zwar in einer Zeile stehen aber zwei völlig unterschiedliche Rubriken sind wie Nation | World oder Texas | Politics.
 
Site-Architektur:   Auf der Ebene der ersten Ordnung scheint noch alles klar: Der Menüpunkt "Home Menu" ist so etwas wie der Mantelteil oder überregionale Teil einer Zeitung. Dazu kommen Local News, Sports, Business und ClassifiedCenter. Doch auf der zweiten und dritten Ebene treten dann die Probleme auf: Dopplungen und Dreifachnennungen eines Ressorts oder Bereichs in mehren Navigationsebenen oder Promoflächen erschweren die Orientierung. Oft wird nicht deutlich, wie einzelne Bereiche in den Gesamtkontext des Angebot eingeordnet sind.
 
Hinzu kommt eine verwirrende Vermischung mit der Partnerwebsite WFAA. Klickt man beispielsweise auf "Traffic" gelangt man fast unbemwerkt zum Angebot von WFAA (Unterschied: anderes Logo, Hauptfarbe blau). Große Verwirrung ensteht, wenn man die fast identische globale Naviagtions benutzen möchte: Unter gleichen Überpunkten verbergen sich andere Unterpunkte. Ein Rückkehr zur DallasNews ist fast unmöglich.
 
Inhalt:   Dallas News bietet alles, was man sich von einer Regionalzeitung wünscht: Ein sehr ausführliche regionale Berichterstattung, detaillierte Sportmeldungen (eigene Bereiche für jedes Team aus Dallas) und bürgerorientierte Services (Wetter, Verkehr, Lottery) mit hohem Nutzwert. Durch die großflächige Präsentation der Journalisten auf der "Local-News"-Übersichtsseite mit Bio und Archiv wird einer hoher Grad an Transparenz und Bürgernähe geschaffen. Das Webangebot ist in jeder Hinsicht besser als eine regionale Printzeitung. Nur das Rascheln am Frühstückstisch fehlt.
 
Textaufbereitung:  Vor dem Lesen steht die Registrierung. Nachdem man sich in zwei Schritten registriert hat - sich dabei auch indiskrete Fragen wie Gehalt gefallen lässt und entnervt einen US-Zip-Code ausdenkt, obwohl man vorher Germany ausgewählt hat - gelangt man zur Artikelebene. Auffallend: Die Artikel haben keinen Vorspann, selten Bilder und keine Zwischenüberschriften. Linkkästen kommen zwar ab und an zum Einsatz. Allerdings sind die verlinkten Texte nicht artikelzugehörig, sondern einfach nur "other stories".
 
Interaktivität:  Gleich auf der Übersichtseite "Local News" kann man jedem Journalisten direkt eine Mail schreiben indem man auf das Foto klickt. (Hier würde ein Alltag oder Textlink die Benutzerführung verbessern.) Unter jedem Artikel gibt es einen direkten Mailto-Link und einen allgemeinen Link zum Forum. Direkte Commentfunktionen oder eine Verzahnung zwischen Artikelthemen und Themen im Forum gibt es nicht. Außerdem vermisst man Chats zu Bürgerthemen als integratives Element eines Regionalangebots.
 
Quelltext:  Die Startseite ist trotz ihrer Kürze stolze 229 KB groß. Die Verschachtelungsquote ist für ein kommerzielles Content Managment System normal hoch: Für jeden Abstand wird ein Blind-Gif verwendet. Jedes Element bekommt mindestens eine eigene Zelle. Also sind Drei bis Vierfach-Verschachtelungen die Regel. Ärgerlich: Bis auf das Logo ist der komplette Content in einer großen Tabellen untergebracht. Lange Wartezeiten vor weißem Screen sind die Folge.

Fazit
 
Dallas News ist sehr bemüht und grafisch ansprechend, doch die massiven Navigationsprobleme und die langen Ladezeiten wiegen schwer.   (Timo Wirth)


Links zum Thema:
-- http://www.dallasnews.com

Zuletzt aktualisiert am: 16.06.2003      © JavaJim 2000-2003