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Burgrätsel, Mönche und Disco-Fever

Leider übernehmen die drei ??? jeden Fall. So müssen sie sich in "Mann ohne Kopf" mit einem Teufels-DJ ohne Kopf beschäftigen, obwohl solche anbiedernde Trendthemen eigentlich unter ihrem krimilogischen Niveau sind. Bei den beiden anderen neuen Folgen "Die sieben Tore" und "Schatz der Mönche" werden Justus, Peter und Bob dagegen alle detektivischen Fähigkeiten abverlangt.
 
unheimlich düstere Burgfolge
 
Justus ist alleine unterwegs. Der unheimliche Mr Carter bestellt explizit nur den ersten Detektiv in sein einsames burgähnliches Haus, welches einsam am Meer gelegen ist. Das Rätsel der sieben Tore sollen gelöst werden. Die Folge zieht den Leser durch ihre mysteriöse, beängstignede Atmosphäre, den lichtscheuen, wortkargen, von seinem Aussehen an einen abgemagerten Vogel erinnerten Auftragber Casper Carter und einem brillanten Justus sofort in seinen Bann. Der erste Detektiv muss seine ganzen detektivischen Fähigkeiten, seinen Starrsinn und seine penetrante Überredungskunst einsetzen, um den Fall zu bekommen und ihn mit der Hilfe von Peter und Bob zu lösen. Im Vergleich zu der sehr beeindrucken ersten Hälfte des Buches enttäuscht die zweite etwas. Die Auflösung des Falles ist etwas geradlinig.
 
temporeiche Schatzjagd
 
Der Fall geht sofort temporeich los. Peter gerät in einer alten Fabrikhalle in Gefahr, als er ein geheimnisvolles Schatzkästchen findet. Er wird von einem messerverwerfenden Asiaten verfolgt und kann wegen seiner Inline-Skates und der Mithilfe von Morton auf den Schrottplatz zu Justus und Bob flüchten. Zusammen versuchen Sie das Geheimnis des buddistischen Kästchens zu lüften. Doch dazu kommen sie kaum. Ständige Verfolgungsjagden durch Rocky Beach, immer neue Wendungen und der Erzfeind Skinny Norris halten die drei ??? und die Leser ständig auf Trab. Dieser spannende Fall wird durch nette Details, der Beteiligung von Skinny und Morton und einer stimmigen Nebenhandlung zu einer sehr guten Folge.
 
kopflos ohne Hirn und Verstand
 
Bei der Folge "Der Mann ohne Kopf" kann jedem Leser nur geraten werden, der Stimme des unbekannten Anrufers aus dem "Gespenster-
schloss" zu folgen: Weg bleiben! Weg bleiben! Leider kann sich Peter zu Beginn des Falles mit seiner Behauptung, dass der Teufels-DJ kein Fall ist, nicht durchsetzen. Die drei ??? gehen in die Diskothek "Planet Evil". Justus überzeugt Peter mit dem Grundsatz "Wir übernehmen jeden Fall". Doch ich muss nicht jeden Fall lesen. Nachdem eine alte Disco-Oma an Ectasy stirbt und auf Seite 51 klar ist, dass der Star-DJ aus Las Vegas mit unerhörbaren Subbässen die Hörer willenlos macht, sagt mein analytischer Verstand: Jetzt reicht es, ich warte auf das Hörspiel.    (Timo Wirth)
 

Zuletzt aktualisiert am: 10.09.2002      © JavaJim 2002